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Farmerama

Wertung

6,6 / 10

Vier Stunden, so lange dauert ein Durchgang im Bauernhof Browsergame Farmerama. Säen, gießen, düngen, ernten, füttern, weiterverarbeiten, und danach beginnt der nächste Takt. Sechsmal am Tag ist das möglich, wenn du dabei bleibst. Bei nur einem Besuch am Tag läuft dasselbe Spiel in einem Sechstel des Tempos.

Farmerama Test: Bauernhof Simulation kostenlos als Browsergame spielen

Farmerama schickt dich auf einen verlassenen Hof, den du wieder zum Laufen bringst. Felder bestellen, Ställe bauen, Tiere züchten, Waren verkaufen und weiterverarbeiten. Freigegeben ist das Ganze ohne jede Altersbeschränkung. Der Hof stammt von Bigpoint aus Hamburg. Neben dem Browser gibt es ein Windows-Programm sowie Fassungen für iPhone und Android.

Genre
Wirtschaftssimulation auf dem Bauernhof
Entwickler / Publisher
Bigpoint, Hamburg
Release
2009
Plattform
Browser, Windows, iOS, Android
Sprache
Deutsch
Preis
Kostenlos, Premiumwährung Tulpgulden
Status
Aktiv, Alle vier Stunden ein Arbeitsdurchgang, das Spiel belohnt regelmäßige Anwesenheit
Spieler
Nachbarn für gemeinsame Aufgaben, vier Farmflächen
Altersempfehlung
USK ohne Altersbeschränkung
Website
farmerama.com
Flächen
Hauptfarm, Wilde Wiese, Bahamarama, Vollmondacker und Ziergarten

Zuletzt aktualisiert am 3. September 2026

Ein verlassener Hof, eine sprechende Eule

Die Rahmenhandlung ist schnell erzählt. Der frühere Besitzer ist verschwunden, die Tiere haben Hunger, und eine Eule bittet dich um Hilfe. Damit beginnt die Arbeit auf einem Hof, der außer ein paar Gebäuden wenig zu bieten hat.

Zur Startausstattung gehören Bauernhaus und Scheune, dazu eine Windmühle, ein Tank für das Wasser und ein Misthaufen. Alles Weitere entsteht durch Arbeit, von den ersten Feldern über die Ställe bis zu den Werkstätten für die Weiterverarbeitung.

Erfahrungspunkte bringen dich auf die nächste Stufe. Mit jeder Stufe öffnen sich neue Gebäude, Werkzeuge und Produkte, weshalb der Aufstieg hier mehr bedeutet als eine Zahl neben dem Namen.

Die Spielmechanik im Detail

Ein einfaches Prinzip mit vielen Verzweigungen trägt diesen Hof. Etwas wächst, etwas wird geerntet, etwas wird daraus gemacht. Drei Bereiche greifen dabei ineinander, Felder, Ställe und der Verkauf.

Felder, Ställe und der Vier-Stunden-Takt

Der Takt bestimmt deinen Tag. Alle vier Stunden lässt sich der Hof komplett bearbeiten, vom Bepflanzen über Gießen und Düngen bis zur Ernte, dazu Ställe bauen, Tiere füttern und Erzeugnisse weiterverarbeiten. Dazwischen wächst alles von selbst.

Wichtig dabei ist die Zuordnung. Verschiedene Obstsorten brauchen verschiedene Felder, und für Kühe stehen andere Ställe bereit als für Schweine. Falsch geplant kostet dich das Fläche, Zeit und obendrein Ertrag.

Aus dieser Struktur entsteht der eigentliche Reiz. Sechs Durchgänge am Tag sind rechnerisch möglich, zwei davon reichen für gemächlichen Fortschritt. Alle sechs mitzunehmen beschleunigt den Aufbau deutlich, verlangt aber einen festen Rhythmus.

Weiterverarbeitung statt Direktverkauf

Rohware bringt Geld, verarbeitete Ware bringt deutlich mehr. Aus Milch, Eiern, Obst und Getreide entstehen in den Werkstätten hochwertigere Güter, für die deine Kunden entsprechend tiefer in die Tasche greifen.

Genau hier liegt die Rechenarbeit. Jede Verarbeitungsstufe kostet zusätzlich Zeit, und ob sie sich lohnt, hängt vom Preis am Ende der Kette ab. Diese Abwägung wiederholt sich mit jeder neuen Produktart aufs Neue.

Telefon, Anzeigen und der Farm Herold

Verkauft wird auf mehreren Wegen. Kunden melden sich in unregelmäßigen Abständen telefonisch, und ohne einen Blick aufs Telefon gehen diese Angebote schlicht an dir vorbei. Der beste Preis kommt hier selten von allein.

Daneben steht der Handel mit Mitspielern. Über den Anzeigenteil der Spielzeitung bietest du deine Waren an, und dieselbe Zeitung liefert Tipps zu Pflanzen und Tieren. Die Bauernregel des Tages gibt es obendrauf.

Freigegeben ohne Altersbeschränkung, angelegt auf Regelmäßigkeit

Zwei Angaben zu diesem Spiel stehen selten nebeneinander, obwohl sie zusammengehören. Die Prüfstelle hat den Titel ohne Altersbeschränkung freigegeben, und inhaltlich ist das völlig richtig, denn hier wird niemand bekämpft oder verletzt.

Der zweite Punkt betrifft die Bauart. Farmerama gehört zu den Browsergames, in denen sich Fortschritt entweder mit Zeit oder mit Geld erkaufen lässt, und ein großer Teil der Spielerschaft greift dabei zum Angebot, virtuelle Güter zu kaufen.

Spiele verschiedene Events in der Farmsimulation Farmerama

Dazu kommt die soziale Seite. Nachbarn sind für Teile des Ausbaus nötig, und diese Beziehungen wollen durch regelmäßiges Mitspielen gepflegt werden. Verbundenheit und schnelle Erfolge sind genau die Kombination, die ein Spiel schwer weglegbar macht.

Für Eltern ist genau diese Kombination die wichtige Information. Die Inhalte sind harmlos, das Belohnungssystem ist es weniger. Ein Blick auf die Spielzeiten lohnt sich hier mehr als bei manchem Spiel mit höherer Altersfreigabe.

Tulpgulden und ein bewusst langsamer Aufstieg

Die Premiumwährung heißt Tulpgulden und wird für echtes Geld gekauft. Damit lassen sich Boni und Verbesserungen erwerben, die den Fortschritt teilweise erheblich beschleunigen. Verdienen lassen sie sich im Spiel praktisch nicht.

Passend dazu steht im Test ein spürbarer Nachteil auf der anderen Seite. Der Stufenfortschritt dauert lange, und wiederholende Aufgaben gehören zum Alltag. Beides zusammen ergibt genau das Muster, an dem sich der Kauf von Abkürzungen lohnt.

Eine Warnung gehört an dieser Stelle unbedingt dazu. Kostenlose Tulpgulden gibt es außerhalb von Gewinnspielen nicht. Angebote mit solchen Versprechen laufen durchweg auf Betrug hinaus, egal wie seriös die Seite dahinter aussieht.

Technik, Optik und Community

Mehrere Türen führen ins Spiel. Gestartet wurde als reines Browserspiel, nach dem Ende der alten Zusatztechnik kam eine Windows-Anwendung dazu. Später folgten Fassungen für iPhone und Android-Geräte, sodass der Hof heute überall erreichbar ist.

Optisch ist das Ganze freundlich gezeichnet und bewusst niedlich gehalten. Sprechende Tiere gehören hier zum Ton, ebenso die Bauernregeln in der Spielzeitung. Von den Kriegsspielen dieser Kategorie wie Call of War 1942 ist der Titel damit weit entfernt.

Beim Umfang hat der Hof über die Jahre stark zugelegt. Neben der Hauptfarm gibt es die Wilde Wiese, das tropische Bahamarama, den Vollmondacker und einen Ziergarten, dazu zahllose Tierarten und Zuchtmöglichkeiten.

Sozial lebt das Spiel von Nachbarn. Manche Aufgaben lassen sich nur gemeinsam lösen, weshalb sich die Suche nach Mitspielern früh lohnt. Die große aktive Gemeinschaft zählt im Test zu den klaren Stärken dieses Hofes.

Wem Farmerama liegt und wem nicht

Freude macht dieser Hof allen, die gern planen, sammeln und ordnen. Kein Kampf, kein Gegner, keine verlorenen Truppen, der Wettbewerb läuft allein über die Rangliste und den eigenen Ertrag.

Schwierig wird es bei knapper Zeit. Der Vier-Stunden-Takt belohnt Anwesenheit, und bei einem einzigen Besuch am Tag wachsen die anderen Höfe schneller. Aufholen lässt sich dieser Abstand am Ende nur mit Geld.

Für Familien lohnt eine klare Absprache vorab. Die Freigabe ohne Altersbeschränkung sagt nichts über die Spieldauer, und genau die ist bei diesem Titel der Punkt, über den geredet werden sollte.

Stärken und Schwächen von Farmerama

Beim Umfang und beim freundlichen Ton ist der Titel stark, beim Tempo und beim Bezahlmodell weniger.

Das spricht für Farmerama:

  • Vier verschiedene Flächen, von der Wilden Wiese bis Bahamarama
  • Produktionsketten mit echter Rechenarbeit bei jeder Stufe
  • Verkauf über Telefonkunden und über Anzeigen an Mitspieler
  • Freigabe ohne Altersbeschränkung, freundlich gezeichnete Welt
  • Browser, Windows, iPhone und Android-Geräte
  • Mehrfach ausgezeichnet, unter anderem als bestes Browsergame

Das trübt den Spaß:

  • Ständige Anwesenheit wird belohnt, jede Pause kostet Ertrag
  • Tulpgulden beschleunigen den Fortschritt erheblich
  • Der Stufenfortschritt bleibt langsam, die Aufgaben wiederholen sich
  • Ohne Nachbarn bleiben Teile des Ausbaus verschlossen
  • Verbundenheit und schnelle Erfolge machen das Weglegen schwer
  • Nach dem Ende der alten Technik kam zuerst eine Windows-Anwendung

Fazit zum Test von „Farmerama“

Fazit zum Spiele-Test von Farmerama Farmerama ist der freundlichste Titel dieser Kategorie und verlangt zugleich die meiste Regelmäßigkeit. Vier Flächen, unzählige Tiere und ein Verkaufssystem mit Telefon und Zeitungsanzeigen ergeben einen Hof, an dem sich über Jahre etwas tut. Dass niemand angegriffen wird, macht ihn zu einer der wenigen entspannten Adressen im Feld.

Am Ende steht ein Rhythmus, der beides ist. Der Vier-Stunden-Takt ist Reiz und Zumutung zugleich, denn er belohnt jeden Blick und bestraft jede Pause. Ohne sich davon treiben zu lassen, findest du hier ein sehr rundes Aufbauspiel. Für Familien ist die Spielzeit dabei das wichtigere Thema als die Altersfreigabe.

6,6
Redaktions-Wertung
von 10 möglichen Punkten
Spieltiefe und Langzeitmotivation7,0
Fairness des Bezahlmodells4,5
Einstieg und Bedienung7,5
Technik, Grafik und Plattformen7,0
Community und Serverleben7,5
Umfang und Abwechslung8,0

Ein liebevoll gezeichnetes Farmspiel ohne Altersbeschränkung, dessen Vier-Stunden-Takt jede Anwesenheit belohnt und jede Pause spürbar macht.