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Game of Thrones: Winter is Coming

Wertung

6,4 / 10

Es gab schon einmal ein Browserspiel zu dieser Serie, und es ist nie erschienen. Game of Thrones: Seven Kingdoms sollte ein dreidimensionales Rollenspiel werden, das vollständig im Browserfenster läuft, angekündigt 2012 vom Hamburger Studio Bigpoint. Herausgekommen ist daraus nichts. Was du heute spielen kannst, stammt von Yoozoo Games, und beide Häuser gehören zum selben Konzern.

Game of Thrones: Winter is Coming Browsergame Test: Die Mittelalter Story der Targaryen und Lannister  in Echtzeit Strategie

Gespielt wird ein Herrscher in Westeros, der eine Festung ausbaut, Truppen ausbildet und bekannte Figuren aus der Serie rekrutiert. Grundlage ist die HBO-Serie, die auf der Romanreihe von George R. R. Martin beruht. Gestartet wird im Browserfenster, daneben gibt es Fassungen für Windows, Telefon und Tablet.

Genre
Echtzeit-Strategie nach der HBO-Serie
Entwickler / Publisher
Yoozoo Games
Plattform
Browser, Windows, Android, iOS
Sprache
Deutsch
Preis
Kostenlos, Premiumwährung Diamanten
Status
Aktiv
Spieler
Allianzen und Spielerkämpfe
Altersempfehlung
Keine USK-Einstufung geprüft
Website
got.bigpoint.com
Vorgeschichte
Bigpoints 3D-Rollenspiel Seven Kingdoms von 2012 erschien nie

Zuletzt aktualisiert am 3. September 2026

Was aus dem ersten Anlauf wurde

Die Vorgeschichte lohnt einen Blick. Bigpoint hatte 2012 große Pläne. Angesiedelt war das Spiel direkt im Anschluss an die erste Staffel, mitten im Bürgerkrieg von Westeros, mit starkem Gewicht auf Kämpfen zwischen Spielern.

Technisch war das ambitioniert. Als Grundlage diente die Unity-Technik, mit der dasselbe Studio zuvor bereits ein Weltraumspiel und ein Action-Rollenspiel umgesetzt hatte. Dreidimensionale Browserspiele waren damals noch die Ausnahme.

Erschienen ist der Titel trotzdem nie. Was heute unter dem Serienlogo läuft, ist ein anderes Spiel eines anderen Studios, entstanden Jahre später und mit einem deutlich nüchterneren Ansatz als das große Rollenspiel von damals.

Die Spielmechanik im Detail

Festung, Felder und Kommandanten bilden das Gerüst. Frei gebaut wird dabei nichts, denn Gebäude schaltet das Spiel nach und nach frei, und ausgebaut werden sie in mehreren Stufen.

Kaserne, Hospital und Turm des Meisters

Jedes Gebäude hat eine klare Aufgabe. In der Kaserne bildest du deine Einheiten aus, im Hospital werden verwundete Soldaten wieder zusammengeflickt, was bei der Zahl der Schlachten regelmäßig nötig wird.

Der Turm des Meisters trägt die Forschung. Dort schaltest du neue Technologien und Einheitentypen frei, wobei ein Teil der Forschungsbäume erst im späteren Verlauf überhaupt zugänglich wird und dir anfangs verborgen bleibt.

Fünf Rohstoffe und die Felder davor

Neben der Premiumwährung führt das Spiel fünf Rohstoffe: Holz, Stein und Eisen, dazu Getreide und Golddrachen. Deine Vorräte wachsen stündlich von selbst, ohne dass du dafür etwas tun musst.

Steigern lässt sich der Ertrag über eigene Produktionsgebäude. Farmen, Steinbrüche, Minen und Holzfällerlager entstehen allerdings außerhalb deiner Mauern, nämlich draußen auf den Feldern, die zunächst noch niemandem gehören und erst freigekämpft werden müssen.

Vorher steht dort ein Hindernis. Auf diesen Feldern sind feindliche Truppen stationiert, und erst nach deren Vertreibung kannst du bauen. Wirtschaft und Kampf hängen damit von Anfang an zusammen.

Schlachten, bei denen du zusiehst

Der schwächste Punkt betrifft die Gefechte. Im Test fällt das sofort auf, denn die normalen Schlachten verdammen dich zum bloßen Zuschauen. Es zählt allein, ob du vorher genug Truppen ausgewählt hast.

Etwas mehr Beteiligung gibt es in der Kampagne. Am Wehrholzbaum kämpfen deine Helden zwar ebenfalls selbstständig, immerhin löst du dort ihre Spezialfähigkeiten selbst aus, und ohne diesen Eingriff bleibt der Erfolg regelmäßig aus.

Jon Schnee als Kommandant

Die Figuren sind das Pfund dieses Titels. Jon Schnee, Jaime Lannister und Daenerys Targaryen lassen sich als Kommandanten rekrutieren, und sie sind ihren Darstellern aus der Serie nachempfunden.

Freigeschaltet werden sie über Medaillen, die vor allem aus der Kampagne stammen. Weitere Medaillen desselben Helden werten ihn zusätzlich auf, ein Prinzip, das man aus Sammelspielen für Telefone kennt und das hier den Takt vorgibt.

Danach entwickeln sich die Kommandanten wie Rollenspielfiguren. Sie steigen in Stufen und Rängen auf, tragen Ausrüstung aus gewonnenen Kämpfen und lernen dabei passive wie aktive Fähigkeiten, von mehr Rohstoffen bis zu stärkeren Einheitentypen.

Beim Bezahlmodell fehlen die Belege

Eine Premiumwährung gibt es, sie heißt Diamanten und steht neben den fünf gewöhnlichen Rohstoffen. Wie stark sie den Verlauf beeinflusst, lässt sich öffentlich kaum beurteilen, denn Zahlen dazu nennt niemand.

Stärke die Drachen und verpasse ihnen bessere Skills

Konkrete Angaben fehlen dabei in beide Richtungen. Weder nennt der Anbieter Preise oder einen Umrechnungskurs, noch lässt sich im Spiel selbst ablesen, wie stark die Diamanten den Verlauf einer Partie verschieben.

Für eine Empfehlung bleibt damit eine Lücke. Der Anbieter hält sich mit belastbaren Angaben deutlich stärker zurück als bei den meisten anderen Spielen dieses Vergleichs, was ein Urteil vor der Anmeldung erschwert.

Technik, Optik und Community

Bei der Darstellung geht der Titel weiter als die meisten Mitbewerber. Westeros erscheint als dreidimensionale Nachbildung, was im Test sofort ins Auge fällt, und die Serienvorlage bleibt dabei jederzeit gut erkennbar.

Der Weg hinein ist geführt. Ein ausführliches Tutorial erklärt die Grundlagen, danach zeigen dir Aufträge, was als Nächstes ansteht, und bringen Erfahrungspunkte sowie Rohstoffe als Belohnung mit.

Gespielt wird auf mehreren Wegen. Neben der Browserfassung gibt es Ausgaben für Windows und für mobile Geräte, die erst Monate nach dem Start dazukamen und den Kreis der Mitspieler vergrößert haben.

Beim Miteinander dreht sich alles um Bündnisse. Allianzen und Spielerkämpfe bilden den Kern, und ein Drachenei lässt sich obendrein aufziehen, was zur Vorlage passt wie kaum ein anderes Detail.

Wem Game of Thrones liegt und wem nicht

Serienfans bekommen hier die größte Nähe zur Vorlage, die ein Browserspiel bieten kann. Bekannte Gesichter, ein nachgebautes Westeros und ein eigener Drache ergeben zusammen eine Kulisse, die man kaum besser treffen kann.

Enttäuschend wird es bei Lust auf Taktik. Die normalen Schlachten laufen ohne dein Zutun ab, weshalb der Reiz vor allem im Vorbereiten liegt und nicht im Gefecht, wo andere Titel ihre besten Momente haben.

Vorsichtige sollten die dünne Informationslage einkalkulieren. Zum Einfluss der Premiumwährung legt der Anbieter kaum Zahlen offen, weshalb sich der wahre Aufwand erst im Spiel selbst zeigt und Vergleiche vorab schwerfallen.

Stärken und Schwächen von Game of Thrones

Vorlage und Darstellung sind die Stärken, das Kampfsystem ist die Schwäche.

Diese Punkte machen Game of Thrones interessant:

Das spricht für Game of Thrones:

  • Offizielles Spiel zur Serie mit nachempfundenen Figuren
  • Dreidimensionale Nachbildung von Westeros
  • Kommandanten steigen in Stufen und Rängen auf und tragen Ausrüstung
  • Fünf Rohstoffe, deren Vorräte stündlich von selbst wachsen
  • Ausführliches Tutorial, danach führen Quests weiter
  • Browser, Windows und mobile Fassungen

Das trübt den Spaß:

  • Normale Schlachten laufen ohne Zutun des Spielers ab
  • Die Festung lässt sich nicht frei gestalten
  • Ein Teil der Forschung öffnet sich erst spät
  • Felder müssen erst von feindlichen Truppen befreit werden
  • Zum Einfluss der Premiumwährung fehlen offene Angaben des Anbieters
  • Das Medaillensystem für Helden stammt aus dem Sammelspiel-Baukasten

Fazit zum Test von „Game of Thrones“

Fazit zum Spiele-Test von Winter is Coming Dieses Spiel ist der zweite Anlauf einer Marke, die es im Browser schon einmal geben sollte. Der erste Versuch, ein dreidimensionales Rollenspiel aus Hamburg, verschwand in der Schublade, und übrig geblieben ist ein solides Aufbau- und Strategiespiel mit einer bemerkenswert nahen Umsetzung der Vorlage. Jon Schnee, Daenerys und ein eigenes Drachenei bekommt man sonst nirgends im Browserfenster.

Der Haken sitzt im Kampf. Bei den normalen Schlachten bleibt dir im Test nur das Zuschauen, was einem Strategiespiel den wichtigsten Moment nimmt. Für Freunde der Serie mit Freude am Ausbauen, Forschen und Sammeln ist das trotzdem eine stimmige Adresse. Auf taktische Gefechte solltest du dagegen bei anderen Titeln dieser Liste hoffen.

6,4
Redaktions-Wertung
von 10 möglichen Punkten
Spieltiefe und Langzeitmotivation6,5
Fairness des Bezahlmodells5,5
Einstieg und Bedienung7,0
Technik, Grafik und Plattformen7,0
Community und Serverleben6,5
Umfang und Abwechslung6,5

Das offizielle Westeros im Browserfenster, mit bekannten Gesichtern und einem Drachenei, dessen Schlachten allerdings ohne dich stattfinden.