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Grepolis

Wertung

6,4 / 10

Grepolis ist ein Aufbauspiel mit Enddatum. Die Welt, in der du deine Stadt hochziehst, wird planmäßig abgeschaltet, und der Fahrplan dafür steht schon am ersten Tag. Nachzulesen ist er im offiziellen Wiki, im Spiel selbst weist dich an keiner Stelle jemand darauf hin. Dass eine Spielwelt ein festes Ende hat, ändert die Art zu planen von der ersten Stunde an.

Grepolis Browsergame Test: Erobere das alte Griechenland zu Wasser und an Land

Bis dahin liegt eine Menge Spiel vor dir. Du gründest eine Polis im antiken Griechenland, betest einen Gott an, schickst Hopliten und Biremen ins Gefecht und schließt dich einer Allianz an. Rund 20.000 Inseln umfasst eine einzige Spielwelt. Hinter der Polis steht InnoGames aus Hamburg. Der Einstieg gelingt am Rechner im Browserfenster ebenso wie über eine App.

Genre
Aufbau- und Strategiespiel in der Antike
Entwickler / Publisher
InnoGames, Hamburg
Release
2009
Plattform
Browser, Android, iOS
Sprache
Deutsch, 22 Sprachversionen
Preis
Kostenlos, mit Premiumwährung und Beratern
Status
Aktiv
Spieler
Spielwelten mit rund 20.000 Inseln
Altersempfehlung
Keine USK-Einstufung, im Play Store PEGI 7
Website
de.grepolis.com
Weltlaufzeit
Jede Welt endet planmäßig, der Termin steht zum Start fest

Zuletzt aktualisiert am 10. September 2026

Eine Polis auf einer Insel voller Nachbarn

Zum Start setzt du eine kleine Stadt auf eine Insel, die du dir mit anderen Spielern teilst. Holz, Stein und Silbermünzen kommen aus drei Gebäuden, dazu liefern die Bauerndörfer der Insel Nachschub. Diesen Nachschub forderst du ein oder holst ihn dir mit Gewalt, und deine Nachbarn tun genau dasselbe.

Der Senat ist das Hauptgebäude, daneben stehen Lager, Bauernhof, Akademie, Kaserne, Hafen, Agora, Höhle, Stadtmauer, Marktplatz und Tempel. Aus zwei Gruppen kommt je ein Spezialgebäude dazu, und diese Wahl bindet dich dauerhaft an die gebaute Variante.

Expandieren kannst du auf zwei Wegen. Ein Kolonieschiff besiedelt freies Land oder erobert die Stadt eines Mitspielers, und beides verlangt Vorbereitung. Der Hafen wird damit zum Dreh- und Angelpunkt der zweiten Spielhälfte.

Die Spielmechanik im Detail

Von einem gewöhnlichen Aufbauspiel trennen Grepolis vor allem drei Dinge. Die Götter im Tempel, der Kampf zu Wasser und zu Lande und die Allianz. Ohne eine Allianz geht im späteren Verlauf nichts mehr, das gilt bis zum letzten Tag einer Welt.

Acht Götter, vier Kräfte, zwei Ungeheuer

In jeder Stadt betest du genau einen griechischen Gott an. Zur Auswahl stehen bis zu acht, von Zeus und Poseidon über Hera und Athene bis zu Hades, Artemis, Aphrodite und Ares. Wie viele davon offenstehen, hängt vom Alter deiner Welt ab, ältere Welten kennen weniger.

Jeder Gott bringt vier Kräfte und zwei mythische Einheiten mit. Der Zorn des Zeus vernichtet zehn bis dreißig Prozent der angreifenden Landeinheiten, ein Seesturm Poseidons richtet dasselbe bei Schiffen an. Die Zufriedenheit Heras hebt die Rohstoffproduktion zwölf Stunden lang deutlich an.

Der Wechsel kostet. Betest du einen anderen Gott an, verlierst du die gesamte gesammelte Gunst des alten und alle mythischen Einheiten, die du in dieser Stadt für ihn gebaut hast. Das Lager fasst je Gott ohnehin nur 500 Gunst, unabhängig vom Ausbau des Tempels.

Land und Meer, zwei Kriege in einem Spiel

Angriffe brauchen fast immer Schiffe, weil deine Ziele auf anderen Inseln liegen. Eine starke Armee ohne Flotte kommt nirgendwo an, denn Transportschiffe bringen die Landtruppen hin und Kriegsschiffe müssen ihnen dafür den Weg frei machen.

Für die Verteidigung gilt dieselbe Rechnung mit umgekehrtem Vorzeichen. Kriegsschiffe im Hafen halten fremde Transporter auf, Landeinheiten hinter der Mauer fangen ab, was trotzdem landet. Beide Ebenen kosten Rohstoffe und Bevölkerung, und der Bauernhof setzt dafür die Obergrenze.

Die Allianz ist keine Nettigkeit

Allianzen bündeln Spieler, verteilen Rohstoffe und Truppen und schließen untereinander Bündnisse, Nichtangriffspakte oder Kriegserklärungen. Das Endspiel ist ohne sie gar nicht erreichbar, denn Weltwunder bauen ausschließlich Allianzen.

Die Regeln dafür sind streng. Den Ausbau startet allein die Leitung, gelieferte Rohstoffe sind sofort verbraucht, und mitliefern darf nur, wer seit mindestens 72 Stunden Mitglied ist. Ein kurzer Austritt setzt diese Frist wieder auf null.

Wann deine Welt endet, steht am ersten Tag fest

Jede Welt startet mit einer festgelegten Geschwindigkeit und einer Endgame-Einstellung. Aus beidem ergibt sich, nach wie vielen Tagen das Zeitalter der Weltwunder beginnt. Die Spanne reicht von 46 Tagen bis zu einem vollen Jahr, je nach Kombination.

Ab diesem Punkt bauen die Allianzen an den sieben Weltwundern. Sobald eine von ihnen vier davon fertigstellt, läuft ein Countdown, der zwischen 15 und 60 Tagen dauert. Danach folgen 14 Tage Frieden, dann schließt die Welt.

Für deine Planung heißt das zweierlei. Eine schnelle Welt ist nach wenigen Monaten vorbei, eine langsame trägt über ein volles Jahr. Beides steht vor deinem ersten Klick fest, womit die Wahl der Welt zur ersten strategischen Entscheidung wird.

Der Weltwunderbau selbst ist unbarmherzig. Verliert deine Allianz eine einzige Stadt auf der betreffenden Insel, geht die laufende Ausbaustufe verloren, und die dafür gespendeten Rohstoffe sind weg. Verliert sie die ganze Insel, wird das Bauwerk zerstört.

Auf diesen Inseln gelten außerdem Sonderregeln. Der Verteidiger bekommt dort keinen Moralbonus, damit niemand seine Weltwunderinsel mit lauter kleinen Spielern absichert. Auch der Urlaubsmodus greift dort nicht, Wegfahren ist in dieser Phase also keine Option.

Fünf Berater und die Frage, was leicht bedeutet

Das offizielle Wiki beschreibt die Bezahlfunktionen als leichte Spiel- und Bedienvorteile. Ein Blick auf die Zahlen im selben Artikel führt zu einer anderen Einschätzung. Fünf Berater lassen sich gleichzeitig aktivieren, und sie greifen an unterschiedlichen Stellen an.

Schreibe bei Grepolis deine eigene Geschichte und errichte eine mächtige Stadt

Der Händler hebt die Rohstoffproduktion um dreißig Prozent, die Hohepriesterin die Gunst um mehr als die Hälfte und die mythischen Einheiten um zwanzig Prozent. Befehlshaber und Kapitän geben Landtruppen und Flotte jeweils zwanzig Prozent mehr Kampfkraft.

Der Verwalter wirkt harmloser und ist es nicht. Über eine Nacht hinweg summiert sich sein Vorsprung erheblich, denn mit ihm stehen sieben Gebäude, sieben Forschungen und sieben Einheitenaufträge gleichzeitig in der Bauschleife. Alle anderen setzen jeden Auftrag einzeln.

Dazu kommen Einzelkäufe für Baukosten, Bauzeit und sofortige Fertigstellung. Der Play Store weist neben Chats und Käufen ausdrücklich zufällige Objekte aus, also glücksspielähnliche Elemente. Eine Einstufung der deutschen Prüfstelle fehlt, ausgewiesen wird das europäische Kennzeichen ab sieben Jahren.

Technik, Optik und Community

Im Browser lässt sich Grepolis ohne Installation starten, daneben gibt es Apps für Android und iOS sowie 22 Sprachfassungen. Ansprüche an die Hardware stellt es kaum, gezeichnet ist alles zweidimensional und ohne aufwendige Effekte.

Die Jahre sieht man dem Titel an. Auf der Sollseite stehen im Test eine veraltete Darstellung und lange Wartezeiten ohne Einsatz der Premiumwährung, am guten Gesamteindruck ändert beides trotzdem wenig. Der Stil ist stimmig, zeitgemäß ist er nicht.

Sozial ist Grepolis dicht gebaut. Im Test fallen vor allem die vielen aktiven Spieler auf, und die Allianzpolitik mit Pakten, Kriegserklärungen und Absprachen macht einen guten Teil des Reizes aus.

Das deutschsprachige Wiki zum Spiel ist umfangreich und öffentlich einsehbar. Ohne diese Quelle bleiben viele Regeln im Dunkeln, etwa welche Zauber sich stapeln lassen und welche einander ausschließen.

Wem Grepolis liegt und wem nicht

Richtig bist du hier, wenn dir Aufbau und Krieg gleichermaßen liegen und du Freude an Absprachen mit anderen hast. Regelmäßige Anwesenheit gehört allerdings dazu, dafür gibt die griechische Mythologie dem Ganzen ein Gesicht, das kaum ein anderes Browserspiel bietet.

Weniger geeignet ist es, wenn dich der Gedanke stört, dass deine Stadt ein Ablaufdatum hat. Auch der Vorsprung der Berater trübt die Freude, sobald du in der Rangliste ernsthaft nach oben willst.

Einsteiger sollten die Weltengeschwindigkeit bewusst wählen, denn innerhalb einer laufenden Welt ändert sich daran nichts mehr. Eine langsame Welt lässt dir Monate zum Lernen, eine schnelle verlangt vom ersten Tag an Tempo.

Stärken und Schwächen von Grepolis

Beim Zusammenspiel und bei der Allianzpolitik liegt Grepolis weit vorn, beim Bezahlmodell zählt es zu den härtesten Fällen dieser Kategorie.

Diese Punkte machen Grepolis interessant:

Das spricht für Grepolis:

  • Bis zu acht Götter mit je vier Kräften und zwei mythischen Einheiten
  • Land- und Seekrieg greifen bei Angriff und Verteidigung ineinander
  • Allianzpolitik mit Pakten, Kriegserklärungen und gemeinsamem Endspiel
  • Spielwelten mit rund 20.000 Inseln und wählbarer Geschwindigkeit
  • Browser und Apps für Android und iOS, 22 Sprachfassungen
  • Umfangreiches deutschsprachiges Wiki zum Nachschlagen

Das trübt den Spaß:

  • Fünf Berater gleichzeitig, mit bis zu dreißig Prozent mehr Rohstoffen und zwanzig Prozent mehr Kampfkraft
  • Zufällige Objekte im Angebot, ausgewiesen im Play Store
  • Jede Welt wird planmäßig geschlossen, der Fortschritt endet mit ihr
  • Der Verlust einer Stadt vernichtet die laufende Weltwunderstufe samt Rohstoffen
  • Veraltete Darstellung und lange Wartezeiten ohne Premiumwährung
  • Auf Weltwunder-Inseln greift der Urlaubsmodus nicht

Fazit zum Test von „Grepolis“

Fazit zum Spiele-Test von Grepolis Grepolis liefert das dichteste Miteinander in dieser Kategorie, weil Götter, Flotten und Allianzen zusammen ein Spiel ergeben, das man nicht allein gewinnt. In einer aktiven Allianz erlebst du abgestimmte Angriffe über rund zwanzigtausend Inseln hinweg. Acht Gottheiten mit je vier Kräften und eigenen Fabelwesen, dazu Landkrieg und Seekrieg, die bei jedem Angriff ineinandergreifen, und ein umfangreiches deutsches Wiki für alles, was das Spiel offenlässt.

Die klar terminierte Weltlaufzeit ist dabei weniger ein Mangel als eine Ansage, die du vor dem Start kennen solltest. Schwer wiegt das Bezahlmodell, dessen fünf Berater das Wiki als leichte Vorteile führt und dann selbst mit zwanzig bis fünfzig Prozent beziffert. Für ein Spiel über einige Monate mit festem Ziel ist das eine gute Wahl. Als Ort, an dem eine Stadt jahrelang stehen bleibt, taugt es nicht.

6,4
Redaktions-Wertung
von 10 möglichen Punkten
Spieltiefe und Langzeitmotivation8,5
Fairness des Bezahlmodells3,5
Einstieg und Bedienung6,0
Technik, Grafik und Plattformen6,0
Community und Serverleben7,5
Umfang und Abwechslung8,0

Ein mythologisch dichtes Aufbau- und Kriegsspiel mit starker Allianzpolitik, klar begrenzter Weltlaufzeit und einem Bezahlmodell, das mehr verschiebt, als der Anbieter einräumt.