Mars Tomorrow
Wertung
6,9 / 10
In Mars Tomorrow arbeitet dein eigener Fortschritt gegen dich. Die Treibhausgase deiner Wirtschaft machen den Planeten bewohnbar, und genau dadurch verwandelt sich der rote Sand in Matsch. Deine Fahrzeuge sind für Wüste gebaut, nicht für Schlamm. Jeder Erfolg zwingt dich damit zu einer Umrüstung, die du selbst ausgelöst hast.
Gespielt wird eine Kolonie auf dem Mars, die Sauerstoff, Wasser und Kohlendioxid fördert und daraus eine Wirtschaft aufbaut. Gekämpft wird nicht. Das Spiel läuft gewaltfrei ab und stellt dich vor eine reine Aufbauaufgabe. Verantwortlich ist die gamefabrik GmbH. Deine Kolonie erreichst du im Browser, dazu gibt es Ausgaben für Android und iOS, in denen Werbung eingeblendet wird.
- Genre
- Wirtschaftssimulation mit Terraforming
- Entwickler / Publisher
- gamefabrik GmbH
- Release
- 2016
- Plattform
- Browser, Android, iOS
- Sprache
- Deutsch
- Preis
- Kostenlos, Premiumwährung Tritium, App mit Werbung
- Status
- Aktiv
- Spieler
- Gilden mit bis zu 16 Spielern, 36 Kolonien je Welt
- Altersempfehlung
- Im Play Store PEGI 3
- Website
- mars-tomorrow.com
- Klimaphasen
- Acht Phasen, alle zehn Tage schaltet die nächste frei
Zuletzt aktualisiert am 3. September 2026
Sauerstoff, Wasser und ein Rover, der alles heranschafft
Zum Start stehst du auf einer kargen Welt und brauchst drei Dinge. Sauerstoff zum Atmen, Wasser zum Leben, Kohlendioxid für die Atmosphäre. Rover holen diese Rohstoffe vom Abbauort in die Kolonie, und sie fahren dabei in Echtzeit über die Karte.
Aus den ersten Lieferungen wächst die Siedlung. Mehr Menschen ziehen zu, aus einfachen Lieferwegen werden Produktionsketten, und aus diesen Ketten entsteht ein Wirtschaftskreislauf mit Eisenwerken, Glaswerken, Laboren und Kraftwerken.
Die Bevölkerung stellt dabei eigene Ansprüche. Bleiben Waren aus, ziehen unzufriedene Siedler in eine andere Kolonie weiter. Nachschub ist damit die Bedingung für jedes Wachstum, nicht bloß eine Fleißaufgabe nebenher.
Die Spielmechanik im Detail
Alles in diesem Spiel hängt an einer einzigen Frage. Kommen deine Rohstoffe rechtzeitig dort an, wo sie gebraucht werden? Drei Systeme entscheiden darüber, die Klimaphasen, deine Fahrzeuge und die Produktionsketten.
Acht Phasen und alle zehn Tage ein neuer Planet
Die Erdwerdung läuft in acht Phasen ab, und alle zehn Tage schaltet die nächste frei. Mit jeder Phase ändert sich die Umwelt, aus rotem Sand wird nach und nach eine grüne Welt mit Wolken, Regen, Flüssen und Algen.
Jede Phase bringt eigene Herausforderungen und neue Rover mit sich. Der Planet unter deinen Rädern ist also nie derselbe, und was gestern funktioniert hat, kann morgen unbrauchbar sein.
Warum deine Fahrzeuge im Schlamm stecken bleiben
Der Regen, den du selbst erzeugst, macht den Untergrund weich. Rover für die steinige Wüste kommen darauf nicht mehr voran, und ohne Rover steht deine gesamte Versorgung still. Anpassungen sind damit Pflicht, nicht Kür.
Der Ausweg führt in die Luft. Flugtransporter setzen allerdings eine dichte Atmosphäre voraus, die erst in späteren Phasen entsteht. Rechtzeitige Forschung entscheidet also darüber, ob du fliegst oder im Schlamm feststeckst.
Produktionsketten für 36 Kolonien
Über 54 Ressourcen gibt es, und 36 Kolonien wollen beliefert werden. Aus dieser Kombination entsteht der eigentliche Reiz, denn seltene Rohstoffe hat kaum jemand vollständig im eigenen Gebiet liegen.
Handel und Zusammenschlüsse sind deshalb eingeplant. Bis zu 16 Spieler bilden eine Gilde, tauschen Waren und stimmen ihre Forschung ab. Der Forschungsbaum umfasst über 100 Technologien, verteilt auf vier Zweige je Phase.
Das Ökosystem kippt, wenn alle nur an sich denken
Ab einem bestimmten Punkt dreht sich die Aufgabe um. Die Atmosphäre ist dann dicht genug, und weitere Treibhausgase schaden mehr, als sie nützen. Von da an bremst du deinen eigenen Ausstoß, statt ihn zu steigern.
Das Problem daran ist die Zuständigkeit. Alle Kolonien teilen sich eine Atmosphäre, und die Regulierung gelingt nur, wenn alle mitziehen. Reißt eine Handvoll Kolonien aus, kippt das Ökosystem und der gesamte Terraforming-Prozess bricht zusammen.
In dieser Kategorie ist das einmalig. Andere Titel enden mit einem Sieger, hier kann die ganze Welt gemeinsam verlieren, obwohl jede Kolonie zugleich um Terrapunkte konkurriert. Absprachen zwischen den Gilden sind damit Teil der Aufgabe.
Tritium bekommt auch, wer gut liefert
Tritium heißt die Premiumwährung, und sie schaltet unter anderem neue Bauteile für die Rover frei. Kaufen lässt sie sich, gewinnen allerdings auch. Am Ende einer Runde geht Tritium an die Kolonie mit den meisten Terrapunkten, also an die beste Wirtschaft.
Terrapunkte bekommst du für gelieferte Ressourcen, also für genau die Arbeit, die ohnehin ansteht. Der Weg zum Premiumvorteil führt damit auch durch gutes Spielen, was in dieser Kategorie die Ausnahme ist.
Eine Einschränkung bleibt trotzdem. Die App enthält Werbung, der Store weist das ausdrücklich aus. Glücksspielähnliche Elemente verzeichnet er dagegen nicht, und die Alterskennzeichnung liegt bei der niedrigsten möglichen Stufe.
Technik, Optik und Community
Rechner, Tablet und Smartphone greifen auf denselben Spielstand zu, wahlweise im Browser oder über die Anwendung. Die Transporter bewegen sich dabei in Echtzeit über die Karte, was dem Ganzen einen ruhigen Rhythmus gibt.
Optisch setzt das Spiel auf den sichtbaren Wandel. Der Reiz liegt im Vorher und Nachher, wenn aus einer roten Steinwüste über die Phasen hinweg Wolken, Wasserläufe und grüne Flächen werden.
Sozial läuft alles über Handel und Gilden. Ein Newsfeed hält dich über Ereignisse auf dem Laufenden, und die Gildengröße bleibt mit sechzehn Plätzen überschaubar. Große Verbände wie in Kriegsspielen fehlen, dafür kennt man einander.
Wem Mars Tomorrow liegt und wem nicht
Logistikfreunde sind hier goldrichtig. Lieferwege optimieren, Forschung planen und einen Planeten sichtbar verändern, in dieser Kombination findest du im Browser kaum etwas Vergleichbares. Gegner brauchst du dafür keine.
Fehlt dir dagegen ein Gegner, wird es schnell zäh. Es gibt keine Armeen, keine Angriffe und keine Verteidigung. Der Wettstreit läuft ausschließlich über Punkte und Wirtschaftskraft, mehr Reibung bietet das Spiel nicht.
Einsteiger sollten die Forschung von Anfang an ernst nehmen. Der Wechsel in die nächste Phase kommt pünktlich, ganz gleich wie weit du bist. Beginnst du erst dann mit der Umrüstung, gehen dir wertvolle Tage verloren.
Stärken und Schwächen von Mars Tomorrow
Beim Grundeinfall und beim Bezahlmodell steht dieser Titel gut da, beim Umfang bleibt er hinter den großen Strategiespielen zurück.
Diese Punkte machen Mars Tomorrow interessant:
Das spricht für Mars Tomorrow:
- Der Planet verändert sich über acht Phasen sichtbar und mit Folgen fürs Spiel
- Über 54 Ressourcen und über 100 Technologien im Forschungsbaum
- Tritium lässt sich über Rundensiege auch erspielen
- Gewaltfrei, mit der niedrigsten Alterskennzeichnung
- Transporter fahren in Echtzeit, spielbar auf Rechner, Tablet und Handy
- Ein gemeinsames Ökosystem, das nur zusammen stabil bleibt
Das trübt den Spaß:
- Ohne Einarbeitung bleibt die Wirtschaftssimulation undurchsichtig
- Die App enthält Werbung, ausgewiesen im Store
- Fahrzeuge veralten mit jeder Phase und müssen ersetzt werden
- Unzufriedene Siedler wandern in andere Kolonien ab
- Kein Kampf, kein direkter Gegner
- Gilden fassen nur sechzehn Spieler
Fazit zum Test von „Mars Tomorrow“
Dafür fehlen Konflikt und große Verbände, und die Wirtschaftssimulation verlangt Einarbeitung. Magst du Logistik und kannst auf Kämpfe verzichten, bekommst du hier ein ungewöhnlich durchdachtes Spiel. Kommt dein Reiz aus dem Wettstreit mit anderen, findest du auf diesem Planeten wenig, denn eine Gilde fasst nur sechzehn Spieler und Kämpfe kennt der Mars nicht.
Eine gewaltfreie Wirtschaftssimulation mit einem Planeten, der sich unter den eigenen Rädern verändert, und einem Bezahlmodell, das sich zum Teil erspielen lässt.