Stonies
Wertung
6 / 10
Zwei Steinzeitmenschen zu verkuppeln, gehört hier zu deinen Aufgaben im Browsergame „Stonies„, und dabei gilt eine Regel, die kein anderer getesteter Titel kennt. Verwandte Stonies lassen sich nicht verheiraten. Der Anbieter begründet das in seiner Hilfe trocken mit den bekannten Nachteilen der Fortpflanzung innerhalb der eigenen Familie. Für einen wachsenden Stamm brauchst du deshalb den Blick auf den Stammbaum deiner Sippe.

Gespielt wird eine Sippe in der Steinzeit, die du von den ersten Beeren bis zu Ackerbau und Religion führst. Deine Leute sammeln, jagen, angeln, bauen Hütten und lernen dabei immer neue Fähigkeiten. Entwickelt hat den Titel upjers in Bamberg, gestartet wird ohne Download im Browserfenster, wahlweise über eine App, die auf dasselbe Konto und denselben Spielstand zugreift.
- Genre
- Aufbau- und Lebenssimulation in der Steinzeit
- Entwickler / Publisher
- upjers GmbH, Bamberg
- Plattform
- Browser ohne Download, Android, iOS
- Sprache
- Deutsch, elf Sprachfassungen
- Preis
- Kostenlos, Premiumwährung Kristalle
- Status
- Aktiv
- Spieler
- Freundesliste, Dorfbesuche und Segnen
- Altersempfehlung
- Keine USK-Einstufung
- Website
- stonies-game.upjers.com
- Verwandtschaft
- Verwandte Stonies lassen sich nicht verheiraten
Zuletzt aktualisiert am 3. September 2026
Von den ersten Beeren bis zum Ackerbau
Am Anfang steht eine Handvoll Menschen, die kaum etwas kann. Beeren und Pilze sammeln, mehr geben die ersten Minuten nicht her. Alles Weitere bringst du deinen Leuten selbst bei, vom Feuermachen über die Waffenherstellung bis zum Fischfang.
Der Fortschritt läuft über Epochen. Sie tragen Namen wie Ackerbau und Religion, und jede erreichte Stufe schaltet weitere Gebäude, Werkzeuge und Tätigkeiten frei. Die Epoche bestimmt außerdem, wie viele Menschen überhaupt bei dir wohnen dürfen.
Gejagt wird, sobald die ersten Speere fertig sind. Vom Hasen über das Wildschwein bis zum Rentier reicht die Auswahl, und das Fleisch landet anschließend über dem Feuer. Später kommen Felder dazu, wodurch die Nahrung erstmals planbar wird.
Die Spielmechanik im Detail
Deinen Alltag in dieser Siedlung bestimmen drei Größen: die Nahrung, die Arbeitszeit deiner Leute und der Nachwuchs. Alle drei hängen unmittelbar voneinander ab, was diesem Aufbauspiel eine ungewöhnliche Note gibt.
Nahrung ist die Energie deiner Leute
Ohne Essen arbeitet hier niemand. Nahrung nimmt in diesem Spiel die Rolle ein, die anderswo eine Energieleiste hat, und ein hungriger Stonie legt schlicht die Hände in den Schoß. Jede Aufgabe kostet dich also erst einmal Vorräte.
Lagern lässt sich das Ganze nur begrenzt. Die Vorräte verderben, das Lager ist früh randvoll, und Sammeln auf Vorrat bringt entsprechend wenig. Rohstoffe wachsen dafür zuverlässig nach, Beeren laut Anbieterhilfe in knapp siebenunddreißig Minuten.
Ein Stonie, eine Aufgabe
Hier liegt die eigentliche Hürde. Ein Steinzeitmensch erledigt genau eine Sache und ist für deren gesamte Dauer blockiert. Ein Beerenstrauch ist in Sekunden abgeerntet, ein Gebäude beschäftigt denselben Menschen über Stunden oder Tage.
Damit wird deine Belegschaft zur knappsten Ressource überhaupt. Drei laufende Bauten bedeuten drei gebundene Leute, und in dieser Zeit sammelt niemand Nahrung. Der Ausbau des Dorfes bremst also genau die Versorgung, die ihn möglich macht.
Verschärft wird das durch eine Regel für Gebäude. Verbessern lässt sich eine Hütte erst, wenn jemand darin wohnt, und zusätzlich müssen die passende Epoche und die Forschung dazu vorliegen. Reine Vorratsbauten ergeben deshalb keinen Sinn.
Heiraten, Kinder und der Stammbaum
Nachwuchs entsteht nicht von allein. Du aktivierst die göttliche Macht, entscheidest dich dort für den Liebeszauber und klickst zwei erwachsene Stonies nacheinander an. Anschließend brauchen die beiden eine freie Hütte als gemeinsames Zuhause.
Genau an diesem Punkt greift die Verwandtschaftssperre. Zwei Geschwister oder ein Elternteil mit seinem Kind lassen sich nicht verheiraten, und die Stammesübersicht zeigt dir deshalb sämtliche Verwandtschaftsverhältnisse an. Bei einer kleinen Sippe wird die Auswahl damit schnell knapp.
Kinder arbeiten übrigens mit. Zunächst pflücken sie Beeren, mit steigendem Alter kommen anspruchsvollere Tätigkeiten dazu. Bei jedem Stufenaufstieg vergibst du einen Fähigkeitenpunkt, etwa auf das Sammeln oder das Herstellen von Waren.
Die göttliche Macht als kostenlose Abkürzung
Ungewöhnlich für ein Spiel dieser Art ist der lila Blitz oben rechts. Damit erntest du viele Rohstoffe auf einen Schlag oder beschleunigst laufende Arbeiten, teilweise beendest du sie sofort. Geld kostet das nichts.
Nach dem Tutorial entscheidest du dich bei jedem Einsatz zwischen zwei Anwendungen, dem Blitz für die Arbeit und dem Herzen für die Partnerwahl. Welche der beiden gerade aktiv ist, bestimmst du selbst, ein zweiter Klick schaltet sie wieder ab.
Kristalle, die es fast nie geschenkt gibt
Als Premiumwährung dienen lila Kristalle. Mit ihnen verkürzt du Bau- und Verbesserungszeiten, reparierst abgenutzte Werkzeuge und erweiterst dein Gebiet. Zusätzliche Werkzeugplätze für deine Leute gibt es ausschließlich dafür, ein anderer Weg dorthin existiert nicht.
Verschenkt wird die Währung so gut wie nie. Genau das fällt im Test negativ auf, denn andere kostenlose Spiele rücken wenigstens für tägliche Anmeldungen oder besondere Aufgaben etwas heraus. Hier bleibt der Beutel meistens zu.
Erspielen lässt sie sich trotzdem, über einen Umweg. Betet einer deiner Leute in der Kultstätte, fallen Kristallsplitter an, ebenso bei besonderen Aufgaben, und daraus lassen sich Kristalle herstellen. Für ein einziges Stück braucht es allerdings sehr viele Splitter, weshalb dieser Weg vor allem Ausdauer verlangt.
Technik, Optik und Community
Anspruchslos zeigt sich der Unterbau. Ein Konto auf der Anbieterseite reicht aus, gespielt wird anschließend direkt im Browser, und die Grafikqualität lässt sich an schwächere Rechner anpassen. Elf Sprachfassungen stehen zur Auswahl, von Deutsch über Ungarisch bis Spanisch.
Optisch setzt der Titel auf einen dreidimensionalen Comic-Stil mit reichlich Detailarbeit. Im Test fallen das Setting und die Liebe zum Detail sofort angenehm auf, die Erwartung solltest du an dieser Stelle trotzdem etwas dämpfen. Ein grafisches Feuerwerk ist hier nicht zu erwarten.
Sozial bleibt es überschaubar. Freunde lassen sich hinzufügen und ihre Dörfer besuchen, wobei du deren Stonies segnest. Gesegnete Steinzeitmenschen arbeiten vorübergehend schneller, und du selbst bekommst Freundesmünzen für einen eigenen Laden.
Eine Hausregel des Anbieters sollten Familien kennen. Handel und Tausch zwischen Spielern aus demselben Haushalt sind untersagt, ebenso zwischen Kollegen derselben Firma. Der Anbieter begründet das mit gleichen Chancen für alle.
Wem Stonies liegt und wem nicht
Gut aufgehoben bist du hier, wenn dich das Setting reizt und du kleinen Leuten gern bei der Arbeit zusiehst. Der Weg vom Beerensammler zum Bauern hat Charme, und die Generationenfolge gibt es so kein zweites Mal in dieser Kategorie.
Ungeduld ist dagegen fehl am Platz. Die Aufträge geben den Ausbau streng vor, eigene Wege führen ins Leere, und zwischen zwei Bauabschnitten bleibt oft nur Warten. Wer eigene Ideen umsetzen möchte, fühlt sich an dieser Stelle spürbar gegängelt, denn das Spiel lässt kaum Spielraum für eine eigene Reihenfolge. Statt zu planen, hakt man ab, was die Auftragsliste gerade vorgibt.
Sparfüchse sollten die Kristallfrage vorher kennen. Ohne gekaufte Kristalle bleiben zusätzliche Werkzeugplätze praktisch unerreichbar, und die Splittersammelei ersetzt sie nur mit sehr viel Geduld. An allen anderen Stellen kommst du kostenlos durch.
Stärken und Schwächen von Stonies
Beim Einfall und beim Einstieg überzeugt der Titel, bei Geschwindigkeit und Geldfragen schwächelt er.
Diese Punkte machen Stonies interessant:
Das spricht für Stonies:
- Generationenfolge mit Heirat, Nachwuchs und eigenem Stammbaum
- Verwandtschaftssperre, wie sie sonst kein Aufbauspiel kennt
- Die göttliche Macht beschleunigt Arbeiten ohne Geldeinsatz
- Verständlicher Einstieg, laut Test mit Pfeilen und Erklärungen
- Ohne Download im Browser, App und Browser teilen den Spielstand
- Elf Sprachfassungen und einstellbare Grafikqualität
Das trübt den Spaß:
- Jeder Stonie ist während seiner Aufgabe komplett blockiert
- Bauten und Verbesserungen dauern Stunden bis Tage
- Werkzeugplätze gibt es ausschließlich gegen Kristalle
- Kristalle verschenkt der Anbieter praktisch nie
- Die Aufträge geben den Ausbau streng vor
- Vom Miteinander bleiben nur Freundesbesuche
Fazit zum Test von „Stonies“
Der Preis dafür ist Geduld. Ein arbeitender Stonie steht für nichts anderes zur Verfügung, und größere Bauten binden ihn tagelang. Dazu kommt eine Premiumwährung, die kaum zu erspielen ist und einen ganzen Ausbauweg praktisch nur gegen Geld öffnet. Für ruhige Abende alle paar Stunden ist das eine schöne Adresse, für einen zügigen Aufstieg die falsche.
Eine liebevoll gezeichnete Steinzeitsiedlung mit echter Generationenfolge, deren Bewohner jede Aufgabe mit ihrer vollen Arbeitszeit bezahlen.