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The West

Wertung

6,9 / 10

The West kennt kein offizielles Spielziel. In einer Kategorie voller Weltwunder, Siegpunkte und Endgame-Countdowns ist das eine Ansage, und sie prägt jede Stunde in diesem Spiel. Was bleibt, sind Stufen, Rangliste und der eigene Ehrgeiz. Ohne eine Vorgabe von außen fällt das schon in der ersten Woche auf.

The West Browsergame Test: Cowboy Rollenspiel im wilden Westen

Gespielt wird eine Figur im Wilden Westen, die arbeitet, Aufträge erledigt, sich duelliert und einer Stadt beitritt. In seinem Startjahr wurde der Titel zum Browsergame des Jahres gewählt und läuft bis heute weiter. Entwickelt wird er bei InnoGames in Hamburg, und für den Start reicht ein Browserfenster ohne jede Installation. Fortkämpfe mit über hundert Beteiligten gehören zu den größten Ereignissen dieser Kategorie.

Genre
Rollenspiel im Wilden Westen
Entwickler / Publisher
InnoGames, Hamburg
Release
2008
Plattform
Browser, ohne Installation
Sprache
Deutsch
Preis
Kostenlos, Premiumvorteile gegen Goldnuggets
Status
Aktiv
Spieler
Städte und Forts, Fortkämpfe mit bis zu 130 Angreifern
Altersempfehlung
Keine USK-Einstufung
Website
the-west.de
Klassenwahl
Ab Stufe 10, endgültig und nicht mehr änderbar

Zuletzt aktualisiert am 3. September 2026

Vom Greenhorn zur Klassenwahl auf Stufe zehn

Zum Start bist du ein Greenhorn ohne Ausrüstung und ohne Ruf. Die ersten Aufträge sind schnell erledigt, sie bringen Geld und Erfahrung, und sie führen dich durch die Grundlagen. Richtig ernst wird es auf Stufe zehn, denn dort fällt eine Entscheidung.

An dieser Stelle wählst du deine Charakterklasse. Arbeiter, Abenteurer, Duellant oder Soldat stehen zur Auswahl, und diese Entscheidung lässt sich nie wieder ändern. Erfolg ist mit jeder Klasse möglich, allerdings muss die eigene Spielweise dazu passen.

Ab Stufe zwanzig kommt ein Beruf dazu, etwa Schmied oder Sattler. Erfahrung fließt in vier Fertigkeiten, in Stärke, Geschicklichkeit, Beweglichkeit und Charisma, und Ausrüstung aus den Läden der Städte hebt diese Werte zusätzlich an.

Die Spielmechanik im Detail

Der Tagesablauf besteht aus drei Tätigkeiten, die sich abwechseln. Arbeiten bringt Geld, Aufträge bringen Fortschritt, Duelle bringen beides und kosten Gesundheit. Alles drei zehrt an derselben Ressource, an deinen Erholungspunkten.

Arbeiten, Aufträge und was sie einbringen

Arbeiten sind der Grundrhythmus. Du schickst deine Figur auf einen Job, wartest die Zeit ab und kassierst Lohn, Erfahrung und mit etwas Glück ein Fundstück. Bis zu vier Aufträge lassen sich hintereinander einreihen, danach ist Schluss.

Aufträge bündeln sich zu Reihen, die eine Geschichte erzählen und an Stufen gebunden sind. Neben den festen Reihen laufen Feiertagsreihen, die jedes Jahr wiederkehren, dazu einmalige Reihen mit eigenen Belohnungen und tägliche Aufgaben während der Feste.

Duelle und der Preis der Erholung

Duelle richten sich gegen andere Spieler und entscheiden sich über Fertigkeiten und Ausrüstung. Sie kosten Lebenspunkte, und nach einem selbst begonnenen Duell braucht deine Figur Ruhe. Ohne Erholung geht anschließend gar nichts mehr, weder ein weiteres Duell noch die nächste Arbeit.

Gleich gut steht dabei nicht jede Klasse da. Arbeiter sind im Duell von Natur aus im Nachteil, weshalb sie den Schutz einer starken Stadt brauchen. Genau daraus entsteht ein guter Teil der Bündnispolitik zwischen den Städten.

Städte, Forts und Schlachten mit über hundert Beteiligten

Städte bündeln Spieler und bieten Hotels zur Erholung, günstigere Einkaufspreise und die Möglichkeit, Allianzen zu schließen. Ab 24.500 Ausbaupunkten darf eine Stadt ein Fort gründen, und ab dieser Marke wird das Spiel groß.

Drei Fortgrößen gibt es, je eine pro County. Im kleinen Fort treten bis zu 42 Verteidiger gegen 46 Angreifer an, im großen bis zu 120 gegen 130. Der Bau dauert acht Stunden und braucht nur einen einzigen Spieler.

Ein Detail solltest du vorher kennen. Produkte und Geld, die ins Fortlager wandern, kommen dort nicht wieder heraus. Verwalter können sie lediglich löschen, zurückholen lässt sich nichts davon.

Ein Rollenspiel ohne Abspann

Ohne offizielles Ziel setzt sich jeder sein eigenes. Für die einen ist es die Höchststufe, für die anderen ein guter Platz in der Rangliste. Diese weist beste Städte und beste Einzelspieler getrennt aus, und beide Wege dauern sehr lange.

Wie lange, zeigt ein Blick ins offizielle Wiki. Dort stehen Auftragsreihen für Stufe 155 und darüber, eine sogar ab Stufe 170. Der Weg dorthin misst sich in Jahren, nicht in Wochen.

Für diese Kategorie ist das ungewöhnlich. Andere Titel beenden ihre Welten planmäßig, hier läuft dieselbe Welt einfach weiter. Dein Fortschritt bleibt dir damit erhalten, solange du zurückkommst.

Premium, das sich auch erspielen lässt

Von geringfügigen Vorteilen bei Spiel und Bedienung spricht das offizielle Wiki und beziffert sie im selben Text mit fünfzig bis hundert Prozent. Höheres Einkommen bringt die Hälfte mehr Lohn, der Charakterbonus verdoppelt den Klassenvorteil.

Prüfe genau ob es Dir möglich ist die Aufgaben zu erledigen

Der Gegenpunkt ist bemerkenswert. Dasselbe Wiki listet 21 Auftragsreihen, die kostenlose Premiumtage auszahlen, gestaffelt von Stufe fünf bis Stufe 155. Bei Tombola und Wanderzirkus lassen sich zusätzlich Auszeichnungen gewinnen, die einen laufenden Vorteil um einen Tag strecken.

Auch die Werbung ist ungewöhnlich gelöst. Banner erscheinen ausschließlich auf der Abmeldeseite, während des Spielens siehst du keine. Im Lichtspielhaus bringen fünf angesehene Videos Spielvorteile, wahlweise Lebenspunkte, Erholung oder Arbeitsmotivation.

Ganz aufgehoben ist der Unterschied damit nicht. In den oberen Rängen der Rangliste stehen überwiegend zahlende Spieler. Das Verhältnis bei Fortkämpfen und Abenteuern sorgt regelmäßig für Debatten zwischen der Gemeinschaft und dem Betreiber.

Technik, Optik und Community

Installiert wird nichts, das Spiel läuft vollständig im Browserfenster und stellt kaum Ansprüche an die Hardware. Als Plattform ist allein der Webbrowser ausgewiesen, für den Blick zwischendurch bleibt damit die mobile Fassung des Browsers.

Optisch bewegt sich alles im gezeichneten Wildwest-Stil. Eine große Überarbeitung hat die Darstellung, die Karte und einen Großteil der Abenteuer von Grund auf erneuert. Am Spielprinzip selbst hat sich seit dem Start nichts geändert, dazugekommen sind lediglich Möglichkeiten.

Die Gemeinschaft trägt hier besonders viel. Es gibt ein umfangreiches deutschsprachiges Wiki, eine eigene Spielzeitung mit monatlichen Ausgaben und Städte, in denen sich Spieler über Jahre kennen und ihre Neuzugänge einarbeiten.

Auszeichnungen kann das Spiel ebenfalls vorweisen. Im Startjahr wurde es zum Browsergame des Jahres gewählt und bekam zusätzlich Preise für die beste Spielidee, das beste Gameplay und das beste Rollenspiel.

Wem The West liegt und wem nicht

Angesprochen fühlen sich hier Sammlernaturen. Ausrüstung zusammenstellen, Fertigkeiten feilen, Aufträge abarbeiten und dabei eine Figur über Jahre wachsen sehen, darin liegt der eigentliche Reiz dieses Spiels. Schnelle Ergebnisse gibt es nicht.

Weniger passend ist das Spiel, wenn dich das Fehlen eines Ziels stört. Ohne äußeren Druck braucht es Eigenmotivation, und die Rangliste ist der einzige Maßstab, den dir das Spiel dafür anbietet.

Vor der Klassenwahl solltest du dich einlesen. Die Entscheidung auf Stufe zehn gilt für immer, und sie bestimmt, ob dir später Duelle, Abenteuer, Arbeiten oder Fortkämpfe liegen werden.

Stärken und Schwächen von The West

Bei Umfang und Gemeinschaft ist dieser Titel schwer zu schlagen, bei Technik und Zugänglichkeit merkt man ihm die Jahre an.

Diese Punkte machen The West interessant:

Das spricht für The West:

  • Vier Charakterklassen, Berufe und vier Fertigkeiten für sehr unterschiedliche Spielweisen
  • Fortkämpfe mit bis zu 120 Verteidigern und 130 Angreifern
  • Laufend neue Auftragsreihen, dazu Feiertagsreihen, Tombola und Wanderzirkus
  • Premiumtage lassen sich über 21 Auftragsreihen erspielen
  • Werbebanner nur auf der Abmeldeseite, freiwillige Videos bringen Spielvorteile
  • Gepflegtes deutschsprachiges Wiki und eine eigene Spielzeitung

Das trübt den Spaß:

  • Endgültige Klassenwahl auf Stufe zehn, ohne Weg zurück
  • Obere Ranglistenplätze sind überwiegend mit zahlenden Spielern besetzt
  • Arbeiter stehen im Duell von vornherein schlechter da
  • Produkte und Geld im Fortlager lassen sich nie wieder entnehmen
  • Ohne eigenes Ziel verliert sich der Antrieb leicht
  • Ausgewiesen ist allein der Browser, eigene Anwendungen für Mobilgeräte fehlen

Fazit zum Test von „The West“

Fazit zum Spiele-Test von The West The West ist der ruhigste Titel in dieser Kategorie und zugleich der langlebigste. Kein Countdown, kein Weltuntergang, dafür eine Figur, die über Jahre wächst, und Fortkämpfe mit über hundert Beteiligten. Eine Stadt mit aktiven Mitgliedern verwandelt das Ganze in ein gemeinsames Projekt, und ein gepflegtes deutsches Wiki beantwortet die Fragen, die das Spiel offenlässt.

Beim Geld gibt es eine Besonderheit. Das Bezahlmodell wiegt schwer und wird zugleich abgefedert, weil sich Premiumtage über Auftragsreihen erspielen lassen. Setzt du dir deine Ziele gern selbst, bekommst du hier außergewöhnlich viel. Brauchst du eine Vorgabe, die dir sagt, worauf das alles hinausläuft, wirst du sie nicht finden.

6,9
Redaktions-Wertung
von 10 möglichen Punkten
Spieltiefe und Langzeitmotivation8,0
Fairness des Bezahlmodells5,5
Einstieg und Bedienung7,0
Technik, Grafik und Plattformen5,5
Community und Serverleben7,5
Umfang und Abwechslung8,5

Ein Wildwest-Rollenspiel ohne Ende und ohne Ziel, das seine Figuren über Jahre trägt und seine Bezahlvorteile wenigstens teilweise zum Erspielen freigibt.