Tribal Wars 2
Wertung
6,5 / 10
2.400 Verteidiger, bevor du an dein erstes erobertes Dorf denken solltest. Diese Zahl stammt nicht aus einem Forum, sie steht in der offiziellen Hilfe von Tribal Wars 2. Sie sagt mehr über das Tempo dieses Spiels als jede Ankündigung auf der Startseite des Anbieters. Zu früh unterschritten, kostet sie dich Truppen und Wochen an Aufbau auf einen Schlag.
Der Nachfolger des Klassikers Die Stämme schickt dich als Burgherrn in ein zerrüttetes Mittelalter. Holz, Lehm und Eisen, ein Wall, eine Kaserne, ein Stamm im Rücken. Was einfach klingt, verlangt Wochen an Vorarbeit. Verantwortlich zeichnet InnoGames in Hamburg. Deine Burg erreichst du am Rechner über den Browser, unterwegs über eine App.
- Genre
- Mittelalter-Strategie, Echtzeit-PvP
- Entwickler / Publisher
- InnoGames, Hamburg
- Release
- 2014
- Plattform
- Browser, Android, iOS
- Sprache
- Deutsch, 21 Sprachversionen
- Preis
- Kostenlos, mit Kronen und Boostern
- Status
- Aktiv
- Spieler
- Mehrspielerwelten, Stämme als feste Gruppen
- Altersempfehlung
- Im Play Store PEGI 7
- Website
- de.tribalwars2.com
- Vor der ersten Eroberung
- Der Hersteller empfiehlt 2.400 Verteidiger im eigenen Dorf
Zuletzt aktualisiert am 3. September 2026
Holz, Lehm, Eisen und ein Bauernhof, der alles begrenzt
Deine drei Produktionsstätten liefern rund um die Uhr, auch während du ausgeloggt bist. Der Speicher muss dabei mitwachsen, weil überzähliger Ertrag sonst schlicht verfällt. Die offizielle Hilfe rät deshalb, Rohstoffe immer sofort zu verbauen.
Gebäude und Einheiten brauchen zusätzlich Proviant, und den liefert allein der Bauernhof. Er ist damit die harte Grenze für alles, was in deinem Dorf steht. Jede Ausbaustufe dort schafft Platz für weitere Einwohner und damit für weitere Soldaten.
Der Aufbau folgt einer festen Reihenfolge. Die Kaserne setzt das Hauptgebäude auf Stufe zwei voraus, der Wall Stufe drei, der Markt Stufe sechs. Anfänger dürfen anfangs nur kleine Pakete rekrutieren, auf den ersten Kasernenstufen fünf, zehn und fünfzehn Einheiten.
Die Spielmechanik im Detail
Hinter der aufgeräumten Oberfläche steckt ein System aus Boni und Abzügen, das dir im Spiel an keiner Stelle von selbst begegnet. Drei Bausteine daraus bestimmen regelmäßig, wie ein Angriff ausgeht, und alle drei stehen in der offiziellen Hilfe.
Warum eine Kirche deine Verteidigung verdoppelt
Jedes Dorf gehört zu einer Provinz, und in dieser Provinz brauchst du Glauben. Fehlt eine Kirche oder Kapelle, kämpfen deine Verteidiger nur mit halber Kampfkraft. Das Spiel warnt mit einem eigenen Symbol davor.
Für die Expansion heißt das eine Menge. Ein Dorf weit draußen in einer fremden Provinz ist ohne eigenen Glaubensbau kaum zu halten, egal wie viele Speerkämpfer darin stehen. Auch im Angriff wirkt der Glaubensradius mit, er geht direkt in die Kampfkraft ein.
Warum große Spieler kleine Ziele meiden
Die Moral gleicht Größenunterschiede aus. Greift ein sehr großer Spieler einen sehr kleinen an, verliert er bis zu 75 Prozent seiner Angriffsstärke. Damit lohnt sich das Zerlegen von Neulingen für die Großen kaum.
Für dich als Einsteiger ist das der wichtigste Schutz nach dem Angriffsschutz der ersten Tage. Der wiederum endet in dem Moment, in dem du selbst ein fremdes Dorf angreifst oder ausspionierst. Diese Entscheidung solltest du bewusst treffen.
Vorlagen, Hotkeys und der Wert von Routine
Truppenzusammenstellungen lassen sich als Vorlage speichern, unbegrenzt oft, und auf Zahlentasten legen. Ein Klick auf ein Dorf, ein Tastendruck, die Armee läuft. Fürs tägliche Plündern von Barbarendörfern spart das jede Menge Zeit.
Vor jedem Abschicken zeigt dir das Spiel Kampfkraft, Laufzeit, Ankunftszeit, Tragekapazität und Disziplin. Der letzte Wert beschreibt die zeitliche Streuung der Ankunft. Damit lässt sich ein Angriff planen, ohne nebenher selbst zu rechnen.
Was der Hersteller selbst über das Tempo verrät
Die offizielle Hilfe warnt ausdrücklich davor, sich früh auf das erste Adelsgeschlecht zu stürzen, mit dem du fremde Dörfer übernimmst. Ein Dorf kurz vor dieser Ausbildung ist ein beliebtes Ziel, weil dort viel Wert und wenig Verteidigung steht.
Der empfohlene Weg führt über eine lange defensive Phase. Als Größenordnung nennt die Hilfe 1.200 Speerkämpfer und 1.200 Schwertkämpfer im eigenen Dorf, bevor die erste Eroberung überhaupt zur Debatte steht.
Diese Zahl ist die ehrlichste Beschreibung des Spiels, die es gibt. Dahinter stecken Wochen an Rekrutierung, Rohstoffbeschaffung und Warten, und damit ist jeder gewarnt, der auf schnelle Erfolge hofft.
Dieselbe Bremse zeigt sich im Test schon in der ersten Stunde. Nach rund zwanzig Minuten waren die Rohstoffe restlos aufgebraucht, und der nächste Angriff auf ein Barbarendorf hätte siebenunddreißig echte Minuten gedauert. Das Ergebnis war ein erzwungenes Ausloggen.
Der Stamm hängt an einer einzigen Person
Der Support empfiehlt neuen Spielern dringend, sich sofort einen Stamm zu suchen. Stämme verteilen Rohstoffe und Truppen, führen Diplomatie, haben ein eigenes Forum und einen eigenen Chat. Ohne Anschluss spielst du gegen Gruppen, die sich absprechen.
An der Spitze steht eine Gründerin oder ein Gründer mit Sonderrechten. Diese Rechte lassen sich weitergeben, allerdings nur in eine Richtung. Einmal übertragen, bekommst du sie nicht zurück, und der Support warnt vor der Vergabe an Unbekannte.
Kritisch wird es, wenn diese Person aufhört. Die übrigen Mitglieder können die Gründerrechte dann nicht selbst weiterreichen. Vorgesehen ist eine Abstimmung im Stammesforum, mit fünfzig Prozent plus einer Stimme, danach übernimmt das Support-Team die Übertragung.
Passiert das nicht rechtzeitig, wird es teuer. Löscht das System den Account des Gründers wegen Inaktivität, löst sich der gesamte Stamm auf, und alle gemeinsam erarbeiteten Stammesfähigkeiten sind verloren. Diese Regel kennen die wenigsten, bevor sie zuschlägt.
Kronen, Booster und was sie verschieben
Die Premiumwährung heißt Kronen. Damit senkst du die Kosten eines Ausbaus, schließt einen laufenden Bau sofort ab oder tauschst die Aufgabenliste am Rohstofflager aus. Teuer wird das Abkürzen mit wachsender Restzeit, der Preis richtet sich danach.
Daneben steht ein Sortiment an Boostern. Zwanzig Prozent mehr Holz, Lehm oder Eisen, zwanzig Prozent auf alle drei zusammen, fünfzig Prozent mehr Speicher in sämtlichen Dörfern, zehn Prozent schnellere Rekrutierung, dazu mehr Bevölkerung im aktiven Dorf.
Ein Punkt spricht dabei für das Spiel. Eine Warteschlange muss hier niemand kaufen, denn die Zahl der laufenden Rekrutierungsbefehle ist für alle unbegrenzt. Genau daran verdienen andere Titel derselben Bauart ihr Geld. Zufällige Objekte weist der Play Store für dieses Spiel ebenfalls nicht aus.
Technik, Optik und Community
Beim Unterbau gehört Tribal Wars 2 zu den moderneren Vertretern seiner Art. Fenster im Browser und die Anwendungen für Android und iOS greifen auf dasselbe Konto zu, sodass sich eintreffende Angriffe auch unterwegs prüfen lassen. Insgesamt gibt es 21 Sprachfassungen.
Die Oberfläche macht im Test einen ausgesprochen guten Eindruck, ebenso die Grafik. Die Zeitleiste ist dabei das nützlichste Werkzeug, weil sie kommende Ereignisse im aktiven Dorf in einer Zeile zeigt, von eintreffenden Angriffen bis zum fertigen Gebäude.
Sozial läuft alles über den Stamm. Forum, Chat, Diplomatie und gemeinsame Fähigkeiten hängen an der Mitgliedschaft, weshalb der Support die frühe Suche so betont. Gerade am Anfang wechseln Mitglieder und ganze Stämme allerdings häufig.
Allein spielen lässt sich grundsätzlich auch. Die ursprüngliche Idee der Reihe war jedoch das Zusammenspiel, und das Regelwerk richtet sich bis heute danach aus. Alleingänge kosten dich vor allem Verteidigung, wenn es ernst wird.
Wem Tribal Wars 2 liegt und wem nicht
Dieses Spiel belohnt Verlässlichkeit stärker als Geistesblitze. Für Freunde langer Aufbauphasen ist das ideal, denn regelmäßiges Plündern, geduldiger Ausbau und ein eingespielter Stamm bringen dich weiter als jede Einzelaktion.
Unpassend wird es, sobald du abends eine Runde spielen und dabei ein Erfolgserlebnis mitnehmen willst. Die belegte Bremse in der ersten Stunde ist kein Ausrutscher, dieses Spiel ist von Grund auf für Wochen gebaut.
Einsteiger sollten sich das zweite Dorf früh vornehmen. Es verfällt endgültig nach vierzehn Tagen, entsteht über eine Aufgabenkette mit höchstens zehn Aufgaben am Tag und dauert mindestens fünf Tage.
Stärken und Schwächen von Tribal Wars 2
Der Nachfolger hat die Bedienung des Klassikers modernisiert und dessen Geduldsprobe unangetastet gelassen.
Diese Punkte machen Tribal Wars 2 interessant:
Das spricht für Tribal Wars 2:
- Unbegrenzte Rekrutierungsschleife ohne Bezahlschranke
- Moral nimmt großen Spielern bis zu 75 Prozent Angriffsstärke gegen kleine
- Vorlagen und Hotkeys machen das tägliche Plündern zur Sache von Sekunden
- Zeitleiste, Übersichten und Dorfgruppen halten auch viele Dörfer beherrschbar
- Ein Konto für Browser und Mobilgeräte, dazu 21 Sprachfassungen
- Ausführliche deutschsprachige Hilfe des Herstellers
Das trübt den Spaß:
- 2.400 Verteidiger empfiehlt der Hersteller vor der ersten Eroberung
- Eine Fortschrittsblockade droht schon in der ersten Stunde
- Ohne Kirche oder Kapelle in der Provinz verteidigt ein Dorf mit halber Kraft
- Wird der Gründeraccount gelöscht, löst sich der ganze Stamm auf
- Booster heben Produktion, Speicher und Bevölkerung gegen Geld
- Das zweite Dorf verfällt, wenn es nicht binnen vierzehn Tagen steht
Fazit zum Test von „Tribal Wars 2“
Als Maßstab taugt am Ende nur eine einzige Angabe. Die Zahl aus der Herstellerhilfe bleibt die ehrlichste Auskunft. Klingen 2.400 Verteidiger vor der ersten Eroberung für dich nach einem Plan, bist du hier goldrichtig. Klingen sie nach Arbeit, dann ist es genau das. Ein Spiel für zwischendurch wird daraus auch mit den besten Vorlagen nicht.
Ein sauber bedienbares Mittelalter-Strategiespiel für Dauerläufer, das seine Geduldsprobe offen ausspricht und seinen Stamm an einem einzigen Account aufhängt.