Undermaster
Wertung
5,6 / 10
Undermaster ist unter Freunden gemütlicher Aufbauspiele bis heute ein Begriff, und trotzdem lässt sich der Titel an keiner Stelle ohne Installation im Browserfenster starten. Auf der Seite des Anbieters gibt es genau einen Knopf, und auf diesem Knopf steht „Jetzt herunterladen“. Ein Browserstart wird dort nicht angeboten. Auf der Suche nach einem Spiel fürs Browserfenster solltest du das vor der Anmeldung wissen.
Darunter stehen Systemvoraussetzungen: ab Windows 10, zwei Gigabyte Arbeitsspeicher, ein Gigabyte Grafikkarte. Das Spiel selbst ist eine ruhige Aufbausimulation unter der Erde, in der du ein Verlies über sechs Ebenen gräbst und eine Belegschaft aus Erdwichteln, Goblins, Trollen und Vampiren bei Laune hältst. Dahinter steht die upjers GmbH in Bamberg, der Start läuft über deren Windows-Programm.
- Genre
- Aufbausimulation im Fantasy-Verlies
- Entwickler / Publisher
- upjers GmbH
- Release
- 2013
- Plattform
- Windows, über die upjers Home Edition
- Sprache
- Deutsch
- Preis
- Kostenlos, Kristalle gegen Geld oder erspielt
- Status
- Aktiv
- Spieler
- kleine Spielerbasis
- Altersempfehlung
- USK ab 12 Jahren
- Website
- undermaster.de
- Download nötig
- Ja, ein Browserstart wird nicht angeboten
Zuletzt aktualisiert am 4. September 2026
Der Einstieg: ein Download, ein Konto und ein leerer Fels
Der Weg ins Spiel ist die erste Hürde. Undermaster lief ursprünglich auf Flash-Technik im Browserfenster, und nach dem Aus für den Flash Player hat upjers einen Teil seiner Titel auf moderne Webtechnik umgebaut. Den anderen Teil hat der Anbieter in eine eigene Anwendung verschoben, und Undermaster gehört dazu.
Praktisch sind es drei Schritte. Du legst ein Konto an, lädst die upjers-Home-Anwendung auf deinen Rechner und startest das Spiel von dort. Ein Fenster im Browser bekommst du nicht mehr, und weder macOS noch Handy oder Tablet werden auf der Spielseite angeboten.
Kurios wird es beim Anbieter selbst. Im Werbetext derselben Seite steht weiterhin, dass du in diesem Browsergame dein Verlies verwaltest, und in der Spieleübersicht läuft der Titel unter Browserspiele. Der Widerspruch steht damit unmittelbar auf der Seite des Anbieters, und aufgelöst wird er dort an keiner Stelle.
Die Spielmechanik im Detail
Drei Bausteine tragen Undermaster: dem Graben und Einrichten deines Verlieses, der Versorgung deiner Bewohner und einem Kampfteil, der erst spät dazukommt. Der Regelumfang bleibt dabei überschaubar, was in diesem Genre eher die Ausnahme ist.
Wände einreißen, Böden legen, Räume füllen
Nach der Installation beginnt das Spiel mit einem leeren Stück Fels. Deine ersten Helfer sind die Erdwichtel, kleine Kerle mit Spitzhacke, die auf dein Kommando die Wände einreißen und dir damit Platz für die erste Kammer schaffen.
Aus dem freigelegten Gestein wird ein Raum, sobald du Bodenplatten verlegst. Hast du genug Fläche ausgelegt, ziehen die ersten Bewohner ein. Dieser Dreischritt trägt das gesamte Spiel, von der ersten Kammer bis zur sechsten Ebene.
Acht Räume stehen dir zu Beginn zur Auswahl, darunter Werkstatt, Schmiede, Bibliothek und Gruft. Jeder Raum gehört zu einer Kreatur, und jede Kreatur bringt eine eigene Fähigkeit mit. Ein Tutorial führt dich hinein, eine Hilfefunktion fängt spätere Fragen ab.
Wer bei dir einzieht und was er verlangt
Die Bewohner sind der originellste Teil des Spiels. Die Erdwichtel arbeiten nicht nur, sie kochen auch, und ihre Steaks halten die Goblins in der Werkstatt bei Kräften. Der Hexenmeister sitzt in der Bibliothek, die Trolle stehen in der Schmiede.
Am deutlichsten wird das Prinzip beim Vampir. Ihn schickst du zur Jagd an die Erdoberfläche, damit er seinen Blutdurst dort stillt. Vergisst du ihn, bedient er sich bei deinen Erdwichteln, deren Energie sinkt und deren Arbeit langsamer wird.
Die Sukkubus wiederum braucht Zuwendung und treibt dafür die Belegschaft mit der Peitsche an. Ein vernachlässigtes Verlies bestraft dich über die Produktivität und nicht über einen verlorenen Kampf.
Söldner, Schmiede und Ziele auf der Weltkarte
Ab Stufe 15 schaltest du den Trainingsraum frei. Dort bildest du Söldner aus, die sich in Nah- und Fernkämpfer unterteilen und je nach Kampfstufe unterschiedlichen Sold verlangen. Ausgerüstet werden sie mit dem, was deine Trolle in der Schmiede herstellen, womit der Kampfteil an deiner Wirtschaft hängt.
Ziele suchst du dir auf einer Weltkarte. Verlierst du ein Gefecht, kehren die Monster verletzt zurück und müssen vor dem nächsten Einsatz kuriert werden. Menschliche Gegner triffst du dort nicht, es geht ausschließlich gegen vorgegebene Ziele. Weil der Trainingsraum erst auf Stufe 15 aufgeht, erlebst du diesen Teil ohnehin erst nach einiger Zeit.
Kostenlos, und hier ausnahmsweise ohne Hintertür
In Bebees ist die Premiumwährung „Gelee Royal“, in Undermaster heißt sie Kristalle. Du bekommst sie für erfüllte Aufgaben, du stößt beim Graben auf Kristalladern, und kaufen lassen sie sich ebenfalls. Damit ist die Liste dessen, was Geld hier bewirkt, allerdings schon zu Ende.
Es gibt keine Warteschlangen, die dich zum Zahlen drängen, und keine Rangliste, in der zahlende Spieler an dir vorbeiziehen. Sämtliche Inhalte stehen dir ohne einen einzigen Kauf offen, es dauert lediglich länger.
Genau diese Zurückhaltung ist im Test als größte Stärke dieses Spiels aufgefallen. Dazu kommt eine Belohnung fürs bloße Erscheinen. Jeder Tag, an dem du dich anmeldest, bringt ein Paket mit vier Karten, die du gegen Gegenstände und Dekorationen eintauschst.
Technik, Optik und Community
Die Anwendung verlangt wenig Leistung, setzt aber Windows voraus. Der handgezeichnete Zweidimensionalstil hat Charme und erinnert an ältere Simulationen, doch die Animationen fallen sparsam aus und vieles wirkt hölzern.
Das liegt auch daran, dass die Grafik noch aus der Flash-Zeit stammt und beim Umzug in die eigene Anwendung nicht neu gebaut wurde. Du installierst also Software für eine Darstellung, die auch im Browserfenster niemanden überfordert hätte.
Auf dem Papier hat Undermaster eine soziale Seite. Du schließt Freundschaften, besuchst fremde Verliese und hilfst dort, was Erfahrungspunkte und einen halben Stern je Besuch bringt. Aus gesammelten Sternen werden Kartenteile, die dieselbe Belohnungskette speisen wie das tägliche Paket. Mehr Miteinander bietet das Spiel nicht.
Wo Undermaster an Reiz verliert
Was fehlt, ist alles Weitere. Es gibt keine Gilden, keine gemeinsamen Ziele und keinen Wettbewerb. Im Test zeigt sich schnell, dass hier praktisch keine Community existiert und das Spiel durchweg auf Einzelspieler ausgelegt ist.
Die zweite Schwäche liegt dort, wo bei größeren Titeln die Langzeitmotivation beginnt. Räume sehen hübsch aus, bringen außer der Optik aber wenig. Nach den ersten Ebenen wiederholt sich der immer gleiche Ablauf, und auf Dauer wird das Verlies dadurch spürbar eintönig.
Schwer wiegt außerdem, wie still es um den Titel geworden ist. Neuigkeiten zu diesem Titel sucht man vergeblich, während andere Spiele desselben Anbieters laufend welche bekommen. Auch die Stimmenzahl beim Anbieter liegt weit hinter den großen Geschwistern aus dem Farm- und Zoo-Programm zurück.
Wem Undermaster liegt und wem nicht
Das Verlies belohnt Geduld und Sinn fürs Einrichten. Wenn dir ein ruhiges Aufbauspiel für nebenbei genügt und du Wert darauf legst, dass dich niemand zum Bezahlen drängt, bist du hier richtig. Auch jüngere Mitspieler kommen zurecht, die Freigabe liegt bei zwölf Jahren und die Gewalt bleibt auf Comic-Niveau.
Suchst du Wettbewerb oder das Spiel in einer Gruppe, bist du an der falschen Stelle. Beides bietet der Titel schlicht nicht. Ein Windows-Rechner bleibt außerdem Bedingung, für Handy oder Mac gibt es keinen Weg hinein.
Stärken und Schwächen von Undermaster
Undermaster hat eine sehr klare Stärke und eine ebenso klare Schwäche, und beide liegen weit auseinander.
Diese Punkte machen Undermaster interessant:
Das spricht für Undermaster:
- Kein Kaufdruck, sämtliche Inhalte sind ohne Geld erreichbar
- Originelle Bewohner mit eigenen Bedürfnissen statt bloßer Produktionszahlen
- Überschaubarer Regelumfang, Tutorial und Hilfefunktion an Bord
- Humorvolle Unterwelt mit eigenem Charakter
- Tägliches Kartenpaket als Belohnung ohne Zwang
Das trübt den Spaß:
- Läuft nur noch als Windows-Anwendung, trotz Bewerbung als Browsergame
- Kein Mac, kein Handy, kein Tablet
- Kaum Miteinander, kein Wettbewerb, keine Gilden
- Der Ablauf wiederholt sich nach den ersten Ebenen
- Sparsame Animationen und eine Optik aus der Flash-Zeit
- Kaum noch Neuigkeiten, kleine Spielerbasis
Fazit zum Test von „Undermaster“
Danach zeigt sich, wie schmal der Unterbau ist, denn ein Wettstreit findet nicht statt. Dazu kommt die Hürde am Anfang, die der Anbieter in seiner eigenen Werbung bis heute nicht benennt. Für ruhige Bauabende an einem Windows-Rechner ist der Titel eine gute Wahl. Gegenspieler und Ranglisten findest du hier allerdings nicht.
Ein charmantes Verlies mit vorbildlich fairem Bezahlmodell, das an fehlender Tiefe und an einem Zugangsweg scheitert, der nicht zu seinem Ruf passt.