World of Warships
Wertung
7 / 10
Ein Schiff, ein Leben. Bist du in World of Warships einmal versenkt, kehrst du nicht in die laufende Runde zurück und schaust deinem Team beim Weiterspielen zu. Bis zu zwanzig Minuten können das sein. Eine falsche Entscheidung in der dritten Minute nimmt dir damit die gesamte Partie.
Kommandiert werden Kriegsschiffe aus der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts, zwölf Spieler auf jeder Seite. Im Browser läuft davon nichts, der Client belegt über siebzig Gigabyte auf der Festplatte. Auch dieser Titel kommt, ebenso wie World of Tanks, von Wargaming.net. Neben den Fassungen für Windows und macOS existieren welche für Spielkonsolen, Telefone und Tablets.
- Genre
- Seekriegssimulation, Taktik-Shooter
- Entwickler / Publisher
- Wargaming.net
- Release
- 2015
- Plattform
- Windows, macOS, PlayStation, Xbox, Android, iOS
- Sprache
- Deutsch
- Preis
- Kostenlos, mit Premiumkonto, Premiumschiffen und Containern
- Status
- Aktiv, Client-Download nötig, rund 70 GB Festplattenspeicher
- Spieler
- Zufallsgefechte mit 12 gegen 12, Clans bis 50 Mitglieder
- Altersempfehlung
- USK ab 12 Jahren
- Website
- worldofwarships.eu
- Ein Leben je Gefecht
- Nach der Versenkung kein Wiedereinstieg, Gefechte dauern bis zu 20 Minuten
Zuletzt aktualisiert am 10. September 2026
Fünf Schiffstypen mit sehr verschiedenen Aufgaben
Schlachtschiffe sind groß, langsam und dick gepanzert, ihre Geschütze laden rund dreißig Sekunden. Zerstörer drehen das Bild um, sie sind klein, schnell, kaum gepanzert und tragen meist Torpedowerfer. Kreuzer liegen dazwischen und decken beide Rollen ab.
Zwei Sonderfälle kommen dazu. Flugzeugträger haben weder Hauptgeschütze noch Torpedowerfer, sie schicken bewaffnete Staffeln in die Luft. U-Boote tauchen für eine begrenzte Zeit ab und schießen Torpedos, die ihrem Ziel folgen, dafür fehlt ihnen jede Flugabwehr.
Jedes Schiff trägt eine feste Leistungsstufe von eins bis elf. In den Gefechten treffen nur ähnliche Stufen aufeinander, üblicherweise mit höchstens zwei Stufen Abstand. Genau daran stören sich viele Spieler, denn zwei Stufen machen im Gefecht sehr viel aus.
Die Spielmechanik im Detail
Ein Treffer ist hier noch lange kein Treffer. Zwischen abgefeuerter Granate und verlorenen Trefferpunkten liegt eine Rechnung, die den Einschlagwinkel ebenso einbezieht wie die getroffene Stelle und die Dicke der Panzerung an genau diesem Punkt.
Zitadelle, Winkel und drei Granatenarten
Die Panzerung eines Schiffs ist an verschiedenen Stellen unterschiedlich dick. Trifft eine Granate den schwer gepanzerten Kern, die Zitadelle, fällt der Schaden sehr hoch aus. Ein Treffer dorthin entscheidet Duelle, oft in einer einzigen Salve.
Passend dazu gibt es drei Munitionsarten, Sprenggranaten sowie panzerbrechende und halbpanzerbrechende Geschosse. Die meisten Schiffe führen zwei davon mit. Weil die Munition unbegrenzt ist, geht es nie um Sparsamkeit, nur um die richtige Wahl im richtigen Moment.
Feuer, Wasser und das Schadensbegrenzungsteam
Schaden entsteht nicht allein durch Treffer. Brände nach Sprenggranaten und Wassereinbrüche nach Torpedos fressen weiter an den Trefferpunkten, auch wenn längst niemand mehr schießt. Dazu kommen Rammstöße, Flugzeugwaffen und Wasserbomben gegen U-Boote.
Gegen all das steht ein Verbrauchsgut bereit. Das Schadensbegrenzungsteam löscht, dichtet ab und repariert Module, allerdings nur ein paar Mal je Gefecht und mit Nachladezeit dazwischen. Der Zeitpunkt seines Einsatzes ist deshalb eine echte Entscheidung.
Nebel, Hydroakustik und die Kunst des Versteckens
Zerstörer und manche Kreuzer setzen Nebelwände, hinter denen sie selbst und ihre Teamkollegen verschwinden. Aus dem Nebel heraus lässt sich weiter schießen, gesehen wird man dabei nicht ohne Weiteres.
Der Gegenzug heißt hydroakustische Suche. Damit entdecken viele Kreuzer Schiffe im Nebel und hinter Inseln, außerdem erkennen sie anrollende Torpedos früher. Aus diesen beiden Werkzeugen entsteht ein Katz-und-Maus-Spiel, das die meisten Karten prägt.
Ein Modus, in dem das Können zählt
Zufallsgefechte haben dieselbe Schwäche wie beim Schwestertitel mit den Panzern. Das Spiel versucht zwar, gleichwertige Teams zu bilden, gewichtet dafür aber allein die Schiffe. Das Können der Beteiligten fließt in keine Rechnung ein.
Genau davon gibt es eine Ausnahme, die kaum erwähnt wird. In den zeitlich begrenzten Keilereien achtet die Zusammenstellung ausdrücklich auf das Können statt auf die Schiffstypen. Dazu fahren dort alle Beteiligten Schiffe derselben Stufe.
Für ausgeglichene Partien ist das die beste Adresse im ganzen Spiel. Der Haken liegt in der Verfügbarkeit, denn Keilereien laufen nur wenige Tage am Stück. Dabei wechseln sie ihre Regeln, etwa zwölf Zerstörer je Seite.
Daneben gibt es gewertete Gefechte mit kleineren Teams und einem Rangsystem über drei Ligen. Der Stufenunterschied liegt dort meist bei höchstens eins, gebraucht werden allerdings Schiffe der oberen Stufen.
Kostenlos, mit Containern und Premiumschiffen
Installieren und spielen kostet nichts, verkauft werden virtuelle Güter. Dazu zählen zeitlich begrenzte Premiumkonten, besondere Premiumschiffe, Punkte und die Spielwährung Dublonen für Clangründung, Namensänderung oder einen Battle Pass.
Ein Posten in dieser Liste sticht heraus. Verkauft werden auch Container mit teilweise zufälligem Inhalt, also Beutekisten. Das gehört zu den Punkten, die bei diesem Anbieter regelmäßig für Diskussionen sorgen.
Immerhin bleibt der Grundzugang vollständig. Alle Forschungsbäume stehen offen, Gefechte gegen Bots kosten nichts, und der Fortschritt hängt an gespielten Partien. Bezahlen beschleunigt hier vor allem, statt Inhalte komplett zu sperren.
Technik, Optik und Community
Für die Darstellung greift der Hersteller auf dieselbe Engine wie beim Panzertitel zurück, sichtbar aufwendiger umgesetzt. Wasser, Wetter und Schiffsmodelle stammen aus recherchierten Originalzeichnungen aus Nationalarchiven und historischen Büchern.
Das hat seinen Preis. Über siebzig Gigabyte will der Client auf der Festplatte, dazu braucht es eine stabile Verbindung, weil ohne Server nichts läuft. Für ein Spiel dieser Kategorie ist das die Ausnahme.
Sozial hat das Spiel viel zu bieten. Clans fassen bis zu fünfzig Spieler, kleinere Divisionen bis zu drei, dazu kommen Turniere, offizielle Discord-Server auf Deutsch und regelmäßige Streams des Herstellers.
Erlaubt sind außerdem Modifikationen von Spielerhand, die der Hersteller ausdrücklich duldet. Gefechte lassen sich als Wiederholung ansehen, allerdings nur bis zum nächsten Update, danach sind die Aufzeichnungen nicht mehr lesbar.
Wem World of Warships liegt und wem nicht
Ruhige Taktiker finden hier ihr Spiel. Positionen halten, Winkel stellen, Nebel und Inseln nutzen und den richtigen Moment für die Salve abwarten, darum dreht sich hier alles. Hektik wird bestraft.
Weniger passend ist es bei wenig Geduld. Ein früher Fehler kostet dich die gesamte Runde, und Zuschauen gehört damit zum Spiel dazu, ganz gleich ob dir das gefällt oder nicht.
Einsteiger sollten die Gefechte gegen Bots nutzen. Dort lässt sich alles gefahrlos ausprobieren, vom Torpedowinkel bis zum Nebeleinsatz. Die Rechnergegner spielen schlecht und bringen weniger Punkte, dafür kostet ein Fehler nichts.
Stärken und Schwächen von World of Warships
Trefferrechnung und Ausstattung überzeugen auf ganzer Linie, das Verkaufsangebot und der Sprung für Neulinge deutlich weniger.
Diese Punkte machen World of Warships interessant:
Das spricht für World of Warships:
- Fünf Schiffstypen mit klar unterschiedlichen Aufgaben
- Trefferrechnung mit Zitadelle, Winkeln und drei Granatenarten
- Nebel und hydroakustische Suche ergeben echtes Versteckspiel
- Keilereien stellen Teams nach Können zusammen
- Mehrere hundert Schiffe und über dreißig Karten
- Clans bis fünfzig Mitglieder, erlaubte Modifikationen, Wiederholungen
Das trübt den Spaß:
- Nach der Versenkung ist die Runde für dich vorbei
- Zufallsgefechte ignorieren das Können der Spieler
- Container mit zufälligem Inhalt gehören zum Verkaufsangebot
- Über siebzig Gigabyte Festplattenspeicher für den Client
- Gegner mit zwei Stufen Vorsprung sorgen für Frust
- Wiederholungen überleben kein Update
Fazit zum Test von „World of Warships“
Zwei Dinge kosten hier Sterne. Beutekisten gehören zum Verkaufsangebot, und das Matchmaking lässt das Können der Beteiligten außen vor. Für alle anderen Fälle gibt es die Keilereien. Mit Zeit, Festplattenplatz und Geduld für lange Anfahrten bekommst du eine der sorgfältigsten Simulationen überhaupt. Auf ein Spiel für zwischendurch solltest du hier nicht hoffen.
Eine außergewöhnlich sorgfältige Seekriegssimulation für geduldige Taktiker, die einen einzigen Fehler mit zwanzig Minuten Zuschauen bestraft.