7:1 – Deins. Deine Spende. Dein Stück vom Tor!
Fußballfans der deutschen oder der brasilianischen Nationalmannschaft werden diesen Abend wohl nie vergessen. Es war der 8. Juli 2014, das erste Halbfinale der Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien wurde ausgespielt. Gastgeber Brasilien empfing im Estádio Governador Magalhães Pinto, in Belo Horizonte, Deutschland. Das Spiel sollte in die Geschichtsbücher eingehen, denn am Ende gewann das DFB-Team mit 7:1.
Bereits nach 29 Minuten führte Deutschland mit fünf Toren. Es war eine Demütigung für die Brasilianer und ein Ereignis, wie es im Fußball auf dieser Ebene noch nie vorgekommen war. Im letzten Jahr, anlässlich der WM 2018, wurde dann eine besondere Aktion bekanntgegeben, da Fans Teile des originalen Tornetzes aus Belo Horizonte ersteigern konnten. Insgesamt 230.000 Euro sind bei dieser Aktion zusammengekommen. Mehr dazu im folgenden Artikel.
Die Spendenaktion
Was hat das WM Halbfinale von 2014 mit der Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe fünf Jahre später zu tun? Die Antwort lautet: Es gab eine Spendenaktion, bei der man einen Teil des originalen Tornetzes erhalten konnte, das sozusagen Zeuge des 7:1 Erfolges der deutschen Nationalmannschaft geworden ist. Wer mindestens 71 Euro gespendet hat, durfte sich über ein limitiertes, nummeriertes und zertifiziertes Stück des Tornetzes freuen. Die gesamten Einnahmen gehen jetzt an die DAHW in Würzburg. Insgesamt 230.000 Euro konnten so gesammelt werden.
Ursprünglich ging man von theoretischen 8.150 Einzelknoten aus, doch nach einer Korrektur wurden es schließlich 6.250 Knoten des Netzes, die nach einer Spende verschenkt wurden. Anlass war die Weltmeisterschaft im letzten Jahr. Das Stadion in Belo Horizonte verschenkte daher das Original-Tornetz an die Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe, die sich bereits seit 1958 in Brasilien für die Bekämpfung von Armutskrankheiten und sozialen Benachteiligungen einsetzt. Insofern fließen jetzt auch wieder Gelder und Maßnahmen zurück nach Brasilien. Das Land befindet sich zwar im wirtschaftlichen Aufschwung, doch in den dicht besiedelten Favelas gibt es weiterhin viele Armutskrankheiten wie Lepra, Tuberkulose oder Chagas.
Das historische 7:1 im WM Halbfinale
Ein großartiges Spiel für die Geschichtsbücher haben sicherlich einige erwartet, doch was dann tatsächlich am 8. Juli 2014 im Estádio Governador Magalhães Pinto (Mineirão) in Belo Horizonte passierte, konnte vorher kaum jemand auf dem Zettel stehen haben. Deutschland besiegte den Gastgeber mit 7:1, wobei das DFB-Team sogar im Spiel das Tempo herausgenommen hat. Die Brasilianer sind stolze Fußballfans und an diesem Abend flossen nicht wenige Tränen aufseiten der Fans des Rekordweltmeisters. In Anlehnung an die Bezeichnung für die Niederlage von 1950 gegen Uruguay (“Maracanaço”) wird heute auch von Mineiraço gesprochen – dem Schock von Mineirão. Damit wurden jegliche Titelträume im eigenen Land auf deutliche Art und Weise zerstört.
Wer sich zu spät vor dem Fernseher eingefunden hat, hatte bereits einige Highlights verpasst. Eigentlich begann Brasilien druckvoll, doch in der 11. Minute konnte Thomas Müller mit dem 2000. Länderspieltor Deutschlands die Gäste in Führung bringen. Von Minute 23. bis 29. ging dann alles sehr schnell. Miroslav Klose, zweimal Toni Kroos und Sami Khedira erhöhten auf 5:0, womit die Entscheidung bereits gefallen war. Trainer Joachim Löw ermahnte in der Halbzeit seine Spieler, dass jetzt keine Vorführung stattfinden soll. Nach seiner Einwechslung konnte André Schürrle zwei weitere Tore erzielen. Oscar gelang in der 90. Minuten der Ehrentreffer. Heute gibt es sogar die Begriffe “sete – um” (7:1) für vernichtende Niederlagen oder auch “gol da Alemanha”, was als Sprichwort für Missgeschicke genutzt wird.
Die Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe
Die DAHW wurde 1957 in Würzburg gegründet, wo sie auch heute noch ihren Sitz hat. Ursprünglich hieß sie Deutsches Aussätzigen-Hilfswerk, wurde später dann aber in Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe umbenannt. Weltweit zählt sich zu den führenden Nichtregierungsorganisationen, die sich dem Kampf gegen Lepra, Tuberkulose und vernachlässigten Tropenkrankheiten verschrieben haben. Die unmittelbare Hilfe war auch Auslöser für die Gründung, die auf einen Hilferuf des französischen Arztes und Journalisten Raoul Follereau zurückgeht. Im Verlauf der Jahre hat die DAHW ihr Spektrum nach und nach erweitert und setzt sich insgesamt dort ein, wo es armutsbedingte Krankheiten gibt.
Zu den Zielen und dem Leitbild gehört der Fokus auf die Armutskrankheiten. Dazu gehören vor allem die Infektionskrankheiten, die in den ärmsten Bevölkerungsschichten im Globalen Süden auftreten. Man setzt sich außerdem für den Schutz betroffener Menschen ein, die sozial ausgegrenzt, diskriminiert und isoliert werden. Dabei spielt Nachhaltigkeit eine große Rolle. Daher möchte man lokale Fachkräfte ausbilden und Gesundheitssysteme schaffen, die langfristig ohne fremde Hilfe auskommen. Das soll durch einen ganzheitlichen Ansatz gelingen, der inklusiv und sektorübergreifend funktioniert. Außerdem sind Partizipation auf Augenhöhe, menschenrechtsbasierte Ansätze und der One-Health-Ansatz wichtig. Letzterer sieht die menschliche Gesundheit, Tiergesundheit und Umweltfaktoren eng miteinander verbunden.
Fazit zu 7:1 – DEINS!
Im letzten Jahr begann anlässlich der WM 2018 eine Spendenaktion, da man Teile des originalen Tornetzes aus dem Halbfinale erhalten konnte, wenn man mindestens 71 Euro an die Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe spendete. Jetzt sind rund 230.000 Euro zusammengekommen, die auch in Brasilien zum Einsatz kommen werden.