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Dem Ball is‘ egal, wer ihn tritt – Initiative gegen Rassismus im Fußball

Rassismus ist immer ein Problem, aber vor allem im Fußball taucht er oft auf und kann dort entsprechend auch als einzelnes Phänomen wahrgenommen und bekämpft werden. Über die vielen Jahrzehnte gab es dazu immer wieder Ansätze, Kampagnen und Initiativen, wozu auch “Dem Ball egal” gehört, die mit ihrem Namen gut auf den Punkt gebracht hat, worum es beim Fußball eigentlich gehen sollte. Auch wenn sich in den letzten Jahren vieles getan hat, ist es nach wie vor ein Thema, das ganz oben auf die Agenda gehört.

Dem Ball is‘ egal, wer ihn tritt - Initiative gegen Rassismus im Fußball

Leider gibt es immer wieder Idioten, die mit verblendeten Ideologien für Unruhe sorgen. Es handelt sich dabei nicht einfach nur um bedauerliche Einzelfälle, sondern nach wie vor gibt es auch strukturelle Probleme. Wie sich das im Fußball-Alltag zeigt und was man dagegen tun kann, gibt es in diesem Artikel zu erfahren.

Dem Ball is‘ egal, wer ihn tritt

Anfang des Jahrtausends wurde von Schalke Fans eine Initiative ins Leben gerufen, die “Dem Ball is‘ egal, wer ihn tritt“. Eröffnet wurde das Projekt damals vom Ex-Profi Yves Eigenrauch. Man setzte sich für Antirassismus-Arbeit ein, stellte Unterrichtsmaterialien zur Verfügung und auch Medien zum Download. Das Projekt gibt es in dieser Form zwar nicht mehr, dafür aber viele andere und leider hat sich das Thema bis heute auch noch nicht erledigt.

Umso wichtiger ist es, dass man auch weiterhin dranbleibt. Jeder, der den Sport liebt, sollte sich für eine offene Kultur einsetzen, was aber unterm Strich auch nicht nur mit Fußball zusammenhängt. Der DFB oder auch die FIFA haben dazu viele Projekte, ebenso positionieren sich auch immer wieder Vereine zum Thema.

Das Problem Rassismus im Fußball

Auch wenn das Thema schon so lange proaktiv angegangen wird, ist es nach wie vor ein Problem. Rassismus ist allgemein sichtbar, aber oft auch im Fußball. Verschiedene Menschen mit unterschiedlichen Kulturen und Aussehen treffen im Fußball aufeinander. Dazu kommen die Fans auf den Tribünen und am Spielfeldrand der Stadien.

Wer ideologisch verblendet ist, dem bieten sich entsprechend viele Angriffsflächen, die sich manchmal an Gruppen allgemein richten oder oft auch an einzelne Spieler. Das führt zu rassistischen Gesängen, Affengeräuschen, Bannern mit rechtsextremen Symbolen und Anfeindungen in den sozialen Medien, sodass es auch außerhalb des Platzes keine Ruhe gibt.

Von den Fans geht ein großer Druck aus, doch auch auf dem Spielfeld gibt es immer wieder Anfeindungen von Spielern oder Trainern. Dabei muss berücksichtigt werden, dass Fußball eben auch viel mehr als nur die 1. Bundesliga ist. Fußball ist ein Breitensport, der wöchentlich auf tausenden Plätzen in der gesamten Republik gespielt wird.

Gerade im Amateurbereich gibt es aber kaum Schutz und Aufklärungsarbeit. Dazu kommt die aktive Unterwanderung von Fanszenen. Rechtsextreme Gruppen unterwandern Fankulturen, Ultra-Gruppierungen und ganze Fanclubs. Auf diese Weise gewinnen sie an Einfluss und können auch noch Nachwuchs rekrutieren.

Was gegen Rassismus getan werden kann

Rassismus bedeutet die Ablehnung anderer Menschen aufgrund ihrer Herkunft, Hautfarbe oder Kultur. Das ist ein destruktives Problem für die gesamte Gesellschaft, das leider nicht von alleine verschwinden wird. Der Fußball hat immer wieder damit zu tun und ist daher auch gut geeignet, um dagegen mit großer Hebelwirkung anzugehen. Vereine und Verbände können konsequente Sanktionen aussprechen und durchführen.

Wozu Stadionverbote, Geldstrafen, Punktabzüge und Geisterspiele bei rassistischen Vorfällen gehören. Mittlerweile gibt es auch ein klares Protokoll für Spielabbrüche. Gibt es rassistische Gesänge, können Schiedsrichter das Spiel unterbrechen oder sogar ganz abbrechen. Damit soll gezeigt werden: Es gibt eine Null-Toleranz-Politik gegenüber Rassismus.

Was gegen Rassismus im Fußball getan werden kann

Auch Vielfalt in den Gremien und Veranstaltungen sowie Aktionstage können von den Vereinen durchgeführt werden. Aber auch die Fans selbst sind gefragt. In der Kurve muss Zivilcourage gezeigt werden. Gibt es rassistische Äußerungen, sollte es Widerspruch geben, alternativ kann der Ordnungsdienst gerufen werden. Fan-Initiativen können zeigen, dass sie sich für eine offene und positive Kultur im Fußball einsetzen.

Das kann auch über Choreografien und Spruchbänder geschehen. Unterm Strich ist aber vor allem auch Prävention und Bildungsarbeit wichtig. Der Fußball kann mit Fanprojekten und Jugendarbeit seinen Teil beitragen. Gerade im Amateurbereich ist Aufklärung enorm wichtig.

Anlaufstellen für Betroffene

Wer von rassistischen Anfeindungen betroffen ist, hat es oft nicht einfach, da unmittelbare Ansprechpersonen fehlen. Im besten Fall sind es aber die Mitspieler, der Trainer und insgesamt der Verein, der entsprechende Hinweise ernst nimmt und sich sofort hinter die betroffenen Spieler stellt. Allerdings gibt es aber auch Anlaufstellen der Landesverbände, an die man sich wenden kann.

Wer Gewalt und Diskriminierung erfährt, findet die entsprechenden Anlaufstellen der verschiedenen Fußballverbände in Deutschland auf der Seite des Deutschen Fußballbundes. Der DFB setzt sich ohnehin gegen Rassismus ein und hat auch weiterführende Informationen auf den Seiten. Abgesehen vom Fußball gibt es auch die Antidiskriminierungsstelle des Bundes.

Fazit zu Dem Ball is egal, wer ihn tritt

Fazit zu Dem Ball is egal, wer ihn trittNach wie vor bleibt Rassismus ein strukturelles Problem im Fußball. Es gibt Diskriminierung von den Rängen und auf Social Media, darüber hinaus werden Fanszenen von Rechtsextremen unterwandert. Umso wichtiger ist, dass auch weiterhin klare Position gegen Rassismus bezogen wird. Die meisten Vereine und Verbände setzen sich bereits aktiv ein, doch gerade in niedrigeren Klassen ist die Überwachung schwierig, sodass auch die Zivilcourage der Fans gefragt ist. Initiativen wie “Dem Ball is egal, wer ihn tritt” zeigen, wie unsinnig Rassismus ist, aber dennoch der Einsatz aller gefragt ist. Wer Rassismus erlebt oder sieht, sollte daher nicht einfach schweigen, sondern sich klar positionieren.